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Prepaid-Kreditkarten

Mit Prepaid-Kreditkarte Schulden machen

Trotz Prepaid-Funktion können Kunden ihre Kreditkarte überziehen – und dann?

Prepaid-Kreditkarten funktionieren genauso wie Prepaid-Handykarten: Vor der Nutzung müssen sie mit einem Guthaben, i. d. R. durch eine Banküberweisung, aufgeladen werden. Der Verfügungsrahmen entspricht somit exakt dem aufgeladenen Guthaben auf der Karte. Dem Kunden wird kein Kreditrahmen eingeräumt, weshalb die sonst übliche Schufa-Abfrage unterbleibt. Somit eignen sich diese Karten vor allem für Arbeitslose, Jugendliche, Selbstständige oder Freiberufler und alle Personen mit negativem Schufa-Eintrag - also für alle, die keine “normale“ Kreditkarte erhalten würden. Der größte Vorteil von Prepaid- Kreditkarten liegt darin, dass man nicht in die Schuldenfalle geraten kann.

So weit die allgemeine Definition. In der Praxis können Prepaid-Kreditkarten aber durchaus über das auf der Karte befindliche Guthaben hinaus belastet werden. Nach Aussagen der Landesbank Berlin geschieht das jedoch nur, wenn die Jahresgebühr anfällt oder wenn ein Händler die Kontostandsabfrage nicht online durchführt – das passiert aber nur in Ausnahmefällen. Zu 99,9 Prozent werden alle Abfragen online durchgeführt.

Für viele Prepaid-Kreditkarten ist aus diesem Grund ein deutsches Girokonto Voraussetzung. Gerät ein Kunde ins Minus, zieht die Bank im Lastschriftverfahren das Geld vom Girokonto ein bzw. beauftragt in einem weiteren Schritt ein Inkasso-Unternehmen. Vorab fordert die Bank den Kunden jedoch auf, das “negative Guthaben“ selbst auszugleichen. Geschieht dies nicht in der vorgesehenen Frist, muss der Kunde mit einer Kündigung der Prepaid-Kreditkarte rechnen.

Negative Vorzeichen auf dem Kontoauszug sind also trotz Kontoführung auf Guthabenbasis möglich. Wer das als Inhaber einer Prepaid-Kreditkarte vermeiden möchte, sollte vor jeder geplanten Transaktion den Kontostand abrufen und bei mehreren Karteneinsätzen nacheinander selbst die Umsätze kalkulieren. Das ist aufwendig, beugt aber bösen Überraschungen vor.

Trotzdem schützt eine Prepaid-Kreditkarte vor einem Absturz in die Schuldenfalle, denn in den meisten Fällen handelt es sich bei den gestundeten Beträgen um geringe Summen. Die Bank wird trotz kleiner Beträge nicht davor zurückschrecken, die Karte kurzfristig zu kündigen, wenn der Zahlungsausgleich zum genannten Termin ausbleibt. Inhaber von Prepaid-Kreditkarten werden von den Banken als Risiko-Kunden eingestuft, deshalb handeln sie bei negativem Kontostand sehr zügig und wählen eine deutliche Ansprache - auch wenn dem Kunden in diesen Fällen keine direkte Schuld zuzuweisen ist.

Letzte Aktualisierung: 16.12.2009



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