Kartensperrung: Kreditkarte weg - was ist zu tun?

Trotz der zentralen Sperrnummer (+49)116 116 haben einige Banken leider noch eigene Notruf-Nummern.

25.11.11
EC / Kreditkarten

Sofort nachdem Sie den Verlust Ihrer Zahlungskarte (EC-/ oder Kreditkarte) oder Unregelmäßigkeiten auf der Kreditkartenabrechnung feststellen, müssen Sie folgende Maßnahmen zur Kartensperrung ergreifen:

Schritt 1:
Zentralen, kostenlosen Sperr-Notruf unter (+49)116 116 anrufen - für viele große Banken gültig außer:
Postbank: 0228 5500 5500 (aus dem Ausland: +49 69 66571333)
Valovis Bank, ehem. KarstadtQuelle Bank: 069 / 2648 975 55
Targobank: 0800 / 0800 3722

Schritt 2:
Anrufzeitpunkt notieren!

Schritt 3:
Bei der örtlichen Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstatten

Schritt 4:
Zeitpunkt und Namen des Polizisten notieren und eine Kopie / Durchschlag der Anzeige aushändigen lassen

Schritt 5:
Falls erforderlich: Schadensunterlagen der Bank ausfüllen

Um Ihre Kreditkarte sperren zu lassen benötigen Sie Ihre Karten-/Kontodaten (Bankleitzahl, Kontonummer). Es empfiehlt sich daher gleich nach Erhalt der Kreditkarte die Kartennummer, ausgebende Bank usw. zu notieren und an einem sicheren Ort zu deponieren.

Eine Zahlungskarte (EC- oder Kreditkarte) zu verlieren oder Opfer eines Diebstahls geworden zu sein ist immer unangenehm. Wichtig ist, dass sobald der Verbleib der Kreditkarte ungeklärt ist, unverzüglich telefonisch die Sperrung veranlasst wird. "Bei EC-Karten haftet der Kunde für die entstandenen Schäden zunächst selbst, nach der Sperre haftet grundsätzlich die Bank“, erklärt Hartmut Strube, Finanzjurist der Verbraucherzentrale NRW. Bei Kreditkarten haftet der Kunde bei Einkäufen meist nur bis zu maximal 50 Euro, auch nach der Kartensperrung.

Bereits seit 2005 gibt es die Telefonnummer 116 116 als zentrale Sperrnummer. Anrufe aus Deutschland sind rund um die Uhr kostenlos. Leider nehmen nicht alle Banken an dieser gemeinsamen Hotline teil. So bietet beispielsweise die Postbank eine eigene Sperrnummer an.

Die Targobank hat für EC-Karten und Kreditkartensperrungen sogar unterschiedliche Nummern. „Das ist ein Skandal. Die Nummer müsste für alle verpflichtend sein“, so Strube weiter. Kunden sollten sich daher vor einer Urlaubsreise bei der Bank erkundigen, welche Nummer im Notfall gültig ist und diese getrennt von der Kreditkarte aufbewahren (z.B. im Handy speichern).

Ärger droht ohnehin oft im Nachhinein. Banken haften zwar im Betrugsfall, aber nur, wenn der Kunde nicht fahrlässig mit Kreditkarte oder Geheimnummer umgegangen ist. Aber wann genau liegt eigentlich ein fahrlässiger Umgang mit einer Zahlungskarte vor? - Dazu hat es eine Fülle von Gerichtsurteilen gegeben. So entschied ein Gericht beispielsweise, dass die Kreditkarte nicht in einer Handtasche aufbewahrt werden dürfe, da dies Diebe anlocke.

"Einem Kunden war sogar Fahrlässigkeit bescheinigt worden, als er seine EC-Karte im verschlossenen Hotelzimmer gelassen hat, um sie nicht auf einen Trödelmarkt mitnehmen zu müssen, wo er mit Taschendieben rechnete“, erinnert sich Verbraucherschützer Strube an ein kurioses Urteil.

Sofern man nicht gerade im Urlaub oder auf Geschäftsreise ist, gilt: „Man sollte die Karte einfach zuhause lassen und nur bei Bedarf ins Portemonnaie stecken“, rät der Verbraucherschützer.

Die Geheimnummer sollte niemals zusammen mit der Kredikarte oder EC-Karte aufbewahrt werden. Einzig sichere Lösung: auswendig lernen! Auch wer die Nummer verschlüsselt im Handy speichert, könnte fahrlässig handeln. Wichtig ist auch, dass die Geheimnummer stets (am Geldautomaten oder an der Kasse im Supermarkt) verdeckt eingegeben wird, um das Ausspähen der Daten zu verhindern. Mit einer gestohlenen EC-Karte an sich lässt sich oft nicht viel anfangen, geschweige denn Geld abheben. Wurde die Geheimzahl aber ausgespäht und dann die Karte gezielt gestohlen, fällt es sehr schwer der Bank gegenüber zu verdeutlichen, dass man Opfer und nicht Partner des Betrügers ist.

Einige Banken bieten die Möglichkeit, die Geheimzahl zu ändern. Strube warnt davor, dann Nummern wie 4711 oder 0000 zu wählen, da Betrüger diese besonders leicht knacken können.

Autor: Werner Müller

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