Dispo-Zinsen: Pauschale Gebühren bei Kontoüberziehung werden verboten

Pauschale Gebühren bei Kontoüberziehungen sind für Verbraucher unfair und ein Ärgernis – Gleicher Meinung ist der Bundesgerichtshof und entscheidet, dass Banken mit sofortiger Wirkung keine zusätzlichen Pauschal-Gebühren bei Kontoüberziehungen verlangen dürfen.

27.10.16
Eine Geldsorge weniger ©iStock

• Deutsche Bank und Targobank verlangten bis zu 2,95€ Fixkosten pro Monat bei Dispo-Überschreitung.
• BGH verbietet diese Klausel mit sofortiger Wirkung.
• Zinsen müssen dennoch gezahlt werden.

Bislang mussten Verbraucher für Kontoüberziehungen bei der Deutschen Bank oder der Targobank monatlich eine Pauschalgebühr zwischen 2,30 und 2,95 Euro zahlen exklusive Zinsen – Und das obwohl die Banken Dispo-Überschreitungen dulden. Laut dem Bundesgerichthof ist diese fixe Pauschale zu hoch und dem Verbraucher gegenüber weder gerechtfertigt noch fair, was dazu führt, dass das Ausstellen monatlicher Pauschalgebühren von nun an verboten ist. Für Verbraucher bedeutet dass nun, eine Geldsorge weniger.

Verbot der Pauschalgebühren: Ist eine Kontoüberziehung nun also kostenfrei?

Nein, denn wer sein Konto überzieht und über den mit der Bank vereinbarten Dispokredit hinaus Geld ausgibt, der muss einen hohen Prozentsatz (bis zu 16,5 Prozent bei der Deutschen Bank) an Überziehungszinsen zahlen, abhängig vom Dispo-Rahmen, in dem sich der Verbraucher befindet. Die zusätzlichen Pauschalgebühren führten allerdings bis dato dazu, dass Kunden, die nur wenige Tage, ein paar Cent über dem Dispo-Limit lagen, 2,95 Euro zahlen mussten. Das entsprach einem Zinssatz von weitaus mehr als 100 Prozent – zur Freude der Bank.

Nach Bekanntgabe des Beschlusses über das Verbot des Zuschlages bei Kontoüberziehung reagierte die Targobank mit überraschender Kulanz: „Berechtigten Ansprüchen unserer Kunden bezüglich bereits gezahlter Entgelte werden wir selbstverständlich umgehend nachkommen“, dazu müsse man sich schriftlich an die Bank wenden.

Autor: Alica Wilhelm