Partnerbörsen

Das 250-Millionen-Euro-Geschäft

Fast jeder zweite Single sucht Partner im Internet.

Singlebörsen
Single sein ist in, allein sein hingegen ganz und gar nicht. Wobei manch einer Mühe hat, virtuelle und reale Welt auseinander zu halten, mit Freunden in Social Networks zu kommunizieren und Freunde im wirklichen Leben mit schrulligen Angewohnheiten zu ertragen, zu mögen, gar zu lieben: Menschen, auf die man sich verlassen kann, Partner mit denen man durch dick und dünn geht.

Die Sehnsucht nach diesen Partnern ist groß – entsprechend blüht das Geschäft des Online-Dating-Markts, von Partnerbörsen und Singlebörsen. Einen Marktüberblick bietet zum Beispiel die Seite Dating-Vergleich. Nach Branchenschätzungen suchen in Deutschland monatlich sieben bis acht Millionen Personen Kontakte in Partnerbörsen, dazu kommen noch an die drei Millionen Sex-Suchende im diskret umschriebenen Adult-Dating-Bereich. Die Börsen machen mittlerweile einen Umsatz von annähernd 250 Millionen Euro jährlich allein in Deutschland, europaweit wird er auf 800 Millionen bis eine Milliarde Euro geschätzt.

Wie kommen die Erträge zustande, wo doch die meisten der 2000 Singlebörsen, Chats oder Online-Partnervermittlungen damit werben, kostenlos zu sein? Viele sind es auch – zumindest anfangs. Will man aber mit Partnern in Kontakt treten, muss man meistens Abo-Verträge über teilweise beträchtliche Laufzeiten schließen: einige Monate, ein halbes oder ganzes Jahr, oft auch noch länger. Der Haken an der Sache sind lange Kündigungsfristen, die man leicht vergisst und dann ein weiteres Jahr zahlen muss.

Kostenpflichtige Verträge
Für die kostenpflichtigen Partnerbörsen wie Parship, Elitepartner oder Flirtcafe muss man je nach Vertragsdauer monatlich zwischen 20 und 80 Euro kalkulieren, die über die üblichen Bezahlvarianten zu entrichten sind: Kreditkarte (Visacard, Mastercard, American Express, Diners - am besten eignet sich dafür eine Prepaid-Kreditkarte), Lastschriftverfahren, Überweisung, aber auch über PayPal oder E-Wallets wie Ukash.

Alle Partnerbörsen arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip: In einem Fragebogen gibt man über sich selbst Auskunft (von Alter, Bildung, Haarfarbe über Hobby und Fernsehgewohnheiten bis hin zu sexuellen Vorlieben). In einem gerne als "psychologischer Test" bezeichneten algorithmischen Verfahren werden diese Angaben miteinander abgeglichen ("Matching" genannt) und geeignete Partner vorgeschlagen, mit denen man dann Kontakt aufnehmen kann.

Online-Partnerbörsen gibt es für alle möglichen Interessengruppen und Lebenseinstellungen. So finden christlich geprägte Personen vielleicht bei himmlisch-plaudern.de oder christ-sucht-christ.de den Partner fürs Leben, ein Norddeutscher hingegen bei fischkoppf.de die Freundin, mit der er plattdütsch schnacken kann. Harald Kuck