Richtiges Handeln bei Kartenverlust

Karte weg – was tun?

Da war sie doch noch eben! Das Portmonee ist da, aber die Kreditkarte fehlt! Was nun?

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Etwa 75 Millionen Euro Schaden entsteht der deutschen Wirtschaft jährlich durch Betrug mit ec- und Kreditkarten, schätzen die Unternehmensberater Mummert + Partner. Und die Zahl der Straftaten mit unbaren Zahlungsmitteln – wie Kreditkarten im Amtsdeutsch heißen – ist steigend. Jetzt will sogar die EU-Kommission gegen Kreditkartenbetrug vorgehen. Doch wenn es zu spät ist, helfen auch die besten Gesetze nichts: Was muss getan und beachtet werden, wenn die Kreditkarte weg ist? Ruhe bewahren – und dann sofort ans Telefon
Es ist ein ganz schöner Schreck, wenn man feststellt, dass die Kreditkarte weg ist. Deshalb heißt der erste Ratschlag: Ruhe bewahren! Nehmen Sie sich Zeit und überlegen Sie einige Minuten, wo die Karte sein könnte. Haben Sie sie vielleicht nur in eine andere Tasche gesteckt? Kann sie aus der Brieftasche gerutscht sein? Erst wenn Sie sicher sind, dass Sie die Karte nicht wiederbekommen können, sollten Sie zum Telefonhörer greifen und die Karte sperren lassen. Denn: Finden Sie die Karte wenig später wieder, ist sie wertlos und Sie müssen einige Tage warten, bis Sie die neue Karte erhalten – das kann besonders im Urlaub sehr ärgerlich sein!

Alle Kartenaussteller haben bundeseinheitliche Notfall-Nummern eingerichtet, bei denen Sie Ihre Karten gegen weiteren Gebrauch sperren lassen können. Ebensolche Rufnummern gibt es für ec-Karten und Reiseschecks. Sind Sie sich des Verlustes sicher, sollten Sie ihr Plastikgeld so schnell wie möglich sperren – binnen weniger Minuten ist Ihre Kreditkarte dann nicht mehr an Geldautomaten und Zahlungsterminals verwendbar. Vor allem aber sind Sie für Schaden, der nach der Sperrmeldung entsteht, nicht mehr haftbar.

Die wichtigsten Nummern in Deutschland sind:

MasterCard: 0800-819 1040
Visa: 0800-814 9100
American Express: 069-9797 1000
ec-/Maestro- und Bankkarten: 0180-502 1021

Zur Sicherheit sollten Sie sich Datum und Uhrzeit sowie den Namen des Gesprächspartners beim Sperrdienst aufschreiben. Erst als zweites – nach der Sperrung – sollten Sie zur Polizei gehen und eine Verlustmeldung aufgeben.

Übrigens: Im Bereich Mein cardscout können Sie sich registrieren und für alle dort hinterlegten Karten nicht nur automatisch informiert werden, wenn es etwas Neues gibt, sondern auch Hilfestellung mit der cardscout emergency SMS erhalten.

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Für das Gespräch mit dem Sperrdienst benötigen Sie im Übrigen neben Ihrer Karten- auch ihre Kontonummer und ihre Bankleitzahl. Und: Ist ihnen nicht nur eine Kreditkarte sondern gleich das ganze Portmonee abhanden gekommen? Waren mehrere Kredit- und ec-Karten darin? Dann würde das Telefongespräch mit der Sperrzentrale etwas länger dauern. Damit Sie besonders im Urlaub für einen solchen Fall gerüstet sind, empfiehlt es sich, vor Reiseantritt alle Notrufnummern zu vermerken, z.B. als Notiz auf Ihrem Handy – am besten zusammen mit den Sperrdiensten für Traveller-Schecks und Handys. So haben sie im Ernstfall alle Daten beisammen und können die Sperrung rasch abwickeln. Wichtig: Natürlich dürfen auf einem Vermerk keine PINs oder Passwörter stehen – und Sie sollten ihn nicht im Portmonee aufbewahren! Sonst leisten Sie Dieben und Betrügern unnötige Hilfestellung.

Für Besitzer von Gold- und Platin-Karten halten die Kreditkartenaussteller einen besonders praktischen Service parat: Die Karteninhaber können neben der Kreditkarte noch weitere Karten und auch Kopien des Reisepasses oder Personalausweises registrieren. Im Verlustfall kümmert sich das Kreditkartenunternehmen schnell und umgehend selbst um die Sperrung aller abhanden gekommenen Karten.

Dieser Service wird ebenfalls von einige Unternehmen angeboten, die von Banken und Kreditkartenausstellern unabhängig sind: Alle wichtigen Konto- und Kartendaten werden bei dem Service-Unternehmen hinterlegt, dann genügt ein Anruf und alle die Sperrung aller Kredit- und ec-Karten wird von dem Dienstleister abgewickelt. Die Stiftung Warentest warnt jedoch davor, diesen Firmen Codewörter oder PINs zur Verfügung zu stellen! Nachsorge
Mit dem Anruf bei der Sperrzentrale ist der erste Schreck erst einmal überwunden. Nun gilt es, sorgfältig Nachsorge walten zu lassen: Die folgenden Monate sollten Sie ihre Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen weiterhin sorgfältig überprüfen – denn trickreiche Betrüger können sich auch nach der Sperrung noch bereichern.

Eingezogen und nicht wieder ausgegeben wird die Karte nämlich nur von Geldautomaten und Lesegeräten, die die Sperrung mitgeteilt bekommen haben. Dazu gehören die meisten Geldautomaten und die Bezahlterminals, die eine PIN-Eingabe abfordern: Sie fragen bei der Hausbank des Karteninhabers per Online-Verbindung nach, ob die Karte freigeschaltet und gedeckt ist. Beim Bezahlen mit Unterschrift hingegen – ohne PIN – findet die Prüfabfrage erst statt, wenn der Einkauf eine bestimmte Summe überschreitet. Betrüger und Diebe können kleinere Einkäufe also mit der gesperrten Karte noch eine gewisse Zeit durchführen, wenn sie es fertig bringen, Ihre Unterschrift zu fälschen!

Wenn Sie auf Ihrem Kreditkartenabrechnung eine Abbuchung entdecken, die Sie nicht getätigt haben, sollten Sie sich sofort mit dem Aussteller in Verbindung setzen und den Betrag reklamieren. Für alle Beträge, die im Zeitraum vor Ihrer Sperrmeldung – also ihrem Anruf bei der Notfall-Zentrale – noch fehlerhaft anfallen, haften Sie bei den meisten Kreditkarten mit 50 Euro. Aufgepasst: Die Tricks der Kartendiebe
Bei bedachtem und sachgemäßem Umgang ist das Bezahlen mit Plastikgeld eine sichere und praktische Sache. Und die Ratschläge der Kreditkartenaussteller lassen sich recht einfach befolgen:
- Verraten Sie niemandem Ihre geheime PIN
- Geben Sie Ihre Kreditkarte so selten wie möglich aus der Hand
– lassen Sie die Karte z. B. nicht im Auto liegen oder hinterlegen sie als Sicherheit
Ebenso: Geben Sie niemandem Ihre geheimen Passwörter für Internet-Zahlungen

Wenn man wachsam ist und einige der Tricks von Kartendieben kennt, erkennt man schnell die Muster und kann in kritischen Situationen richtig reagieren: Denn um an Ihr Kreditkarten-Konto zu gelangen, benötigen Diebe nicht die Karte selbst, sondern lediglich die Daten der Karte – und zum schnellen Geldabheben noch die dazugehörige PIN.

Die Kreditkarten-Daten sind zum Teil auch auf dem Magnetstreifen hinterlegt – Diebe werden also versuchen, Ihren Magnetstreifen zu kopieren. In der Vergangenheit sind zum Beispiel Fälle bekannt geworden, in denen Betrüger ein Lesegerät vor dem Kartenschlitz von Geldautomaten angebracht hatten und so die Kreditkarten von Kunden kopierten, die Bargeld abheben wollten.

Wenn Ihnen also ein Geldautomat oder ein Kartenschlitz verändert oder manipuliert erscheint, ist Vorsicht geboten! Achten Sie auf Ihre PIN!
Ein älterer Trick sind Nachbauten von Türöffnern: Betrüger bringen sie an den Eingängen zu den Bereichen mit den Geldautomaten an und setzen sie über den Kartenleser. Will ein Kunde in die Geldautomaten-Zone, fordern Sie den Kunden auf, seine Karte einzuführen – und verlangen zusätzlich die Eingabe der Geheimzahl. Gibt der Kunde nun seine PIN ein, haben die Verbrecher alles, was sie zum Geldabheben brauchen: Der zusätzliche, falsche Kartenleser hat den Magnetstreifen kopiert – und der Karteninhaber hat ihnen die PIN dazu geliefert. Der ahnungslose Kunde erhält jetzt meist eine Fehlermeldung oder die Anzeige "Zutritt verweigert".

Dazu steht fest: Um in Bereiche mit Geldautomaten zu gelangen, benötigen Sie nur ihre Karte – es wird niemals eine PIN abgefragt! Sollte einmal vor oder nach dem Vorgang der Abhebung am Geldautomaten nach ihrer Geheimzahl gefragt werden, informieren Sie umgehend ihre Bank!