Mobile Payment: Kontaktlos bezahlen mit der Kreditkarte oder dem Smartphone

Kontaktlos bezahlen ist der neue Trend. Schnell, unkompliziert und auf hohem technischen Standard. Mittlerweile haben sogar Aldi und Lidl das kontaktlose Bezahlen eingeführt. International betrachtet, hängt Deutschland schon lange hinterher. In Großbritannien, Spanien, den Niederlanden, der Schweiz und Polen ist es bereits völlig normal kontaktlos zu bezahlen.

05.04.16
Kontaktloses Bezahlen geht auch per Smartphone. © iStock

• Sie bezahlen schnell, sicher und ohne PIN-Eingabe bis 25 Euro.
• Möglich macht es die NFC-Technik.
• Nutzerinnen sollten die Sicherheits-Vorgaben beachten.

Kontaktloses Bezahlen – was ist das?
Kontaktloses Bezahlen bedeutet bargeldlos einzukaufen ohne dabei die Karte stecken zu müssen. Die Kredit- oder Girokarte wird nur noch für wenige Sekunden an das Kartenlesegerät gehalten. In der Regel braucht es bis 25 Euro keine Unterschrift oder PIN-Eingabe mehr. Wer also das ein oder andere Mal an der Supermarkt-Kasse schon gestresst war beim gleichzeitigen Einkäufe-Einpacken und Bezahlen, den könnte das kontaktlose Bezahlen durchaus interessieren.

Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen?

NFC

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Beim kontaktlosen Bezahlen wird das Smartphone oder die Kreditkarte an das Terminal gehalten. Dank eines NFC-Chips können das Lesegerät und das ausgewählte Zahlungsmittel die nötigen Informationen austauschen. NFC, im Deutschen übersetzt mit Nahfeldkommunikation, bezeichnet eine international standardisierte Datenübermittlung, die nur auf sehr geringe Distanzen funktioniert. Beim kontaktlosen Bezahlen darf das Zahlungsmittel maximal vier Zentimeter entfernt sein. Gewährleistet werden derselbe Sicherheitsstandard und derselbe Datenschutz wie bei gewöhnliche Kartenzahlungen.

Wie sicher ist kontaktloses Bezahlen?

Der Sicherheitsstandard beim kontaktlosen Bezahlen ist vergleichbar mit dem einer gewöhnlichen Kartenzahlung. Im Sommer 2012 belegte das ARD-Magazin „Report München“, dass jedoch mit speziell programmierten Smartphones bestimmte Daten bei einer Zahlung Vorort ausgespäht werden können. In einem Test wurden die Kartennummer und das Ablaufdatum einer Kreditkarte ausgelesen, ohne dass es aufgefallen wäre.

Kreditkartennummer

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Dieser Test wurde als Beleg betrachtet, dass das NFC-Verfahren beim kontaktlosen Bezahlen unsicher ist. Tatsächlich ist es jedoch so, dass allein mit der Kartennummer und dem Ablaufdatum nicht viel angefangen werden kann. Wollen die Betrüger mit diesen Daten online einkaufen, so können sie dies nur in Shops, die die zusätzlichen Sicherheitskriterien nicht nutzen. In der Regel wird nämlich entweder die Prüfziffer von der Kartenrückseite oder das 3-D-Secure-Verfahren, also ein erneutes Kennwort, abgefragt.

Doch was für Sicherheitskriterien wirken beim kontaktlosen Bezahlen Vorort? Bei Beträgen bis 25 Euro gibt es immerhin keine PIN-Abfrage oder Unterschrift. Diebe können also mit gestohlenen Karten Einkäufe bis 25 Euro tätigen, aber auch hier wird sporadisch immer wieder kontrolliert. In erster Linie sollten Kunden, die nicht mehr im Besitz ihrer Karte sind, diese sofort sperren lassen. Sollte bis dahin ein Schaden entstanden sein, haftet für gewöhnlich die Bank, es sei denn der Kunde hat äußerst fahrlässig gehandelt. Viele Banken haben sowieso ein Limit eingeführt, sodass nicht unbegrenzt viele kontaktlose Zahlungen getätigt werden können. Bei Beträgen über 25 Euro haftet der Händler. Die Kunden sind somit recht gut abgesichert. Darüber hinaus haben viele Anbieter von kontaktlosen Kreditkarten einen Push-Service, der per SMS oder Email über Abbuchungen in Echt-Zeit informiert.

MasterCard payPass

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Wichtig für den Datenschutz beim kontaktlosen Bezahlen: Es werden während der NFC-Datenübermittlung keine personenbezogenen Daten übertragen. Verschlüsselt werden die Informationen – beispielsweise bei MasterCard PayPass - mit einem CVC3-Algorithmus. Dem Algorithmus liegt eine 112-Bit-Verschlüsselung zugrunde und gilt als das derzeit sicherste Kryptogramm auf dem Markt. Bei kontaktlosen Zahlungen greifen also die Sicherheitskriterien einer gewöhnlichen Kartenzahlung auf neuestem Niveau. Zusätzlich werden die Informationen auf einer kontaktlosen Kreditkarte möglichst getrennt gehalten. So befindet sich der Name des Karteninhabers nicht, wie bei normalen Kreditkarten, auf dem Chip.

Was brauche ich zum kontaktlosen Bezahlen?

In Deutschland kann entweder mit einem NFC-fähigen Smartphone bezahlt werden oder mit einer Kreditkarte mit Mobile Payment. Häufig haben Smartphones, die nach 2013 produziert wurden bereits einen NFC-Chip integriert. Sie können dies in den Einstellungen überprüfen. Die Kreditkartendaten, die es für eine Transaktion benötigt, werden in einem verschlüsselten Bereich des Smartphones abgespeichert, sodass das Telefon die Geldkarte ersetzen kann. Ist Ihr Gerät nicht NFC-fähig, kann ein sogenannter NFC-Tag beim Mobilfunkanbieter angefragt werden. Dieser Chip wird zum Beispiel auf das Smartphone aufgeklebt und funktioniert dann wie die kontaktlose Kreditkarte.

Die sicherste und einfachste Methode zum kontaktlosen Bezahlen ist und bleibt die Kreditkarte. Hier finden Sie eine kleine Übersicht an passenden Karten:

DKB Visa Kreditkarte Paywave

Die DKB Visa Card ist mittlerweile der Klassiker der kontaktlosen Kreditkarten. Sie zahlen per Visa payWave auf dem üblichen Sicherheits-Niveau von Visa. Für das Online Shopping wird zusätzlich das 3-D-Secure-Verfahren benutzt. Die Karte ist zum kontaktlosen Bezahlen uneingeschränkt empfehlenswert.

Consorsbank VISA Card Kreditkarte

Die Consorsbank Visa Card ist eine sehr beliebte Kreditkarte zum kontaktlosen Bezahlen, da sie genau wie die DKB Visa Karte ohne Jahresgebühr auskommt, am Visa payWave Sicherheitsverfahren teilnimmt und sogar einen SMS-Service für Umsätze ab 1000 Euro anbietet.

Deutschlandkreditkarte

Die Deutschland-Kreditkarte der Hanseatic Bank kann in puncto Gebühren locker mit der DKB und Consorsbank mithalten. Es fällt nämlich keine Jahresgebühr an und es gibt sogar kleine Rabatte und ein Cashback-Programm. Besonderer Sicherheitsfaktor: Einkäufe im Internet sind auf 3.000 Euro am Tag begrenzt. Kontaktloses Bezahlen ist bis 25 Euro ohne PIN möglich.

Number26 Mastercard Kreditkarte

Die Number26 MasterCard ist dauerhaft kostenlos und kann vollständig über das Smartphone verwaltet werden. Überweisungen sind Dank automatischer Vorlagen innerhalb von Sekunden zu erledigen. Kontaktlos kann hier bis 25 Euro bezahlt werden, also die ideale Begrenzung für die kleinen Einkäufe im Alltag. Toller Sicherheitspunkt: Bei jeder Transaktion erhalten die Nutzerinnen eine Push-Nachricht auf das Smartphone und können gegebenenfalls bei Unstimmigkeiten die Karte sofort über die App sperren lassen.

Wo kann ich bereits kontaktlos bezahlen?

Der Handelsverband Deutschland geht davon aus, dass kontaktloses Bezahlen deutschlandweit an 50.000 Lesegeräten möglich ist. Aldi Nord und Lidl haben flächendeckend kontaktloses Bezahlen eingeführt. Auch viele Filialen von Penny, Kaufhaus, OBI, Rewe, Kaisers, real und Edeka sind mit NFC-Terminals ausgestattet. In Berlin gibt es dank einer NFC-Initiative insgesamt sogar über 2.000 neue Kartenlesegeräte. Die Tendenz ist steigend.

Hier finden Sie eine größere Auswahl an kontaktlosen Kreditkarten.

Autor: Urszula Hulboj