Minderjährige können Bargeldlos bezahlen: Prepaid-Kreditkarte für Jugendliche und Kinder

Von den Vorteilen einer Kreditkarte profitieren nicht nur Erwachsene, auch Jugendliche und Kinder können bargeldlos bezahlen, Geld abheben und im Internet shoppen. Deshalb bieten immer mehr Kreditkarten-Anbieter spezielle Kreditkarten für Jugendliche und sogar Kinder an.

03.07.14
Kreditkarten für Jugendliche und Kinder

Da die Kreditfähigkeit von Minderjährigen eingeschränkt ist und der Gesetzgeber Kinder und Jugendliche schützen muss, ist es für diese Gruppe nicht ohne weiteres möglich, eine Kreditkarte zu erhalten. Eine Ausnahme ist die Prepaid-Kreditkarte, die teilweise schon ab dem 7. Lebensjahr erhältlich sind und somit Kindern und Jugendlichen den perfekten Einstieg in die Welt des bargeldlosen Bezahlens bieten. Die Besonderheit bei diesen Prepaid-Kreditkarten: Sie müssen mit einem Guthaben aufgeladen werden, bevor man sie nutzen kann. Das schützt vor der Kostenfalle, denn ein Überziehen der Karte ist in der Regel nicht möglich - ein Aspekt, der sicherlich viele Eltern beruhigt. Mit einer Prepaid-Kreditkarte können sie ihre Kinder an den bargeldlosen Zahlungsverkehr heranführen und trotzdem vor möglicher Verschuldung schützen. Aber auch für Jugendliche, die kurz vor der Volljährigkeit stehen sind diese Karten reizvoll.

Jugendliche und Kinder können spezielle Prepaid-Kreditkarten nutzen
Die Vorteile der Prepaid-Kreditkarte für Jugendliche und Kinder liegt klar auf der Hand. Sie schützen vor Kostenfallen und ermöglichen Eltern, die Kontrolle und Übersicht zu behalten. Darüber hinaus bieten Kreditkarten für Jugendliche und Kinder die gleichen Funktionen wie normale Kreditkarten: Man kann bargeldlos bezahlen, Geld abheben etc. Für Jugendliche ist dies zum Beispiel bei Auslandsaufenthalten sehr interessant, auf Klassenfahrten oder auch beim Schüleraustausch haben sie so die Möglichkeit, unkomplizierter als zum Beispiel mit Reiseschecks an Bargeld zu gelangen oder zu bezahlen. Eltern können das Guthaben notfalls von zu Hause aus aufstocken.

Ein weiterer Aspekt ist das Bezahlen im Internet. Häufig wird hier eine Kreditkarte vorausgesetzt. Mit einer Prepaid-Kreditkarte können auch Jugendliche die im Internet bestellten Festival-Tickets o.ä. bezahlen. Wenn die Kreditkarte hauptsächlich zu diesem Zwecke benötigt wird, gibt es eine Alternative zur klassischen Plastikkarte: eine sogenannte virtuelle Kreditkarte. Sie unterscheidet sich von einer normalen Kreditkarte nur dadurch, dass sie nicht physisch ist - dadurch kann sie weder verloren gehen noch gestohlen werden. Virtuelle Kreditkarten bestehen nur aus dem Namen, der Kartennummer, dem Sicherheitscode und einem Ablaufdatum.

Gerade aus Elternsicht positiv zu bewerten ist außerdem der oftmals eingebaute Jugendschutz. So ist es mit einer Kreditkarte für Jugendliche und Kinder (wie z.B. der netbank Prepaid MasterCard für Jugendliche und Studenten) nicht möglich, Leistungen in Anspruch zu nehmen, die unter den Jugendschutz fallen. Außerdem ist es bei den meisten dieser Karten möglich, sich per SMS den Kontostand mitteilen zu lassen; ein gutes Instrument um den Überblick zu behalten. Neben diesem Jugendschutz bieten Banken die Möglichkeit eines monatlichen Limits für die Kartennutzung. Dadurch wird verhindert, dass der Nachwuchs sich Geld von Freunden leiht und die Karte selber auflädt.

Spezielle Konditionen bei der Kreditkarte für Jugendliche und Kinder
Die Kosten bei einer Prepaid-Kreditkarte sind sehr unterschiedlich. Man sollte sie deshalb nicht aus den Augen verlieren. Allerdings bieten die meisten Kartenemittenten besondere Konditionen für Jugendliche und Kinder an. Hier gibt es verschiedene Varianten: Die Wüstenrot Top Giro Young Visa Prepaid ist beispielsweise komplett kostenlos, genau wie das DKB-Cash u18, das allerdings nur Kindern von Bestandskunden zur Verfügung steht. Andere Anbieter, wie zum Beispiel die LBB, bieten bei ihrer Visa Prepaid-Karte für unter 18-Jährige deutlich vergünstigte Konditionen an. Neben der Jahresgebühr (Karte rechtzeitig aufladen!) darf man auch bei diesen Kreditkarten nicht die Konditionen aus dem Auge verlieren. Auf Bargeldabhebungen verzichtet man mit einigen dieser Karten besser ganz, da hierfür teilweise recht hohe Gebühren anfallen (bei Wüstenrot und DKB jedoch gebührenfrei). Ein weiterer typischer Nachteil einer Prepaid-Kreditkarte ist häufig das eingeschränkte Angebot an Zusatzleistungen: Auf Auslandsreisekrankenversicherungen und ähnliche Versicherungen muss man meistens verzichten. Allerdings haben solche Leistungen für Jugendliche in der Regel keine große Bedeutung.

Wie bereits erwähnt, wird eine Prepaid-Kreditkarte im Guthaben geführt und schützt dadurch vor der Kostenfalle. Allerdings gibt es Ausnahmen. So ist ein Minus möglich, wenn sich beim Abbuchen der Jahresgebühr nicht genügend Guthaben auf der Karte befindet. Ein Minus kann sich außerdem ergeben, weil der Kontostand nicht bei jeder Abbuchung in Echtzeit abgefragt wird. Anfang 2014 wurde dieses Vorgehen von der Verbraucherzentrale angemahnt. Allerdings besteht hier noch kein endgültiges Urteil (die Banken argumentieren: “Referenzkonto gehört den Eltern“).

Eine Auswahl an Kreditkarten für Jugendliche und Kinder finden Sie hier.

Fazit
Das Angebot an Kreditkarten für Kinder und Jugendliche nimmt stetig zu, viele Anbieter haben mittlerweile eine Prepaid-Kreditkarte speziell für diese Zielgruppe im Angebot. Mit diesen Karten können Jugendliche und auch schon Kinder ab dem 7. Lebensjahr, am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen. Eltern können bei diesen Karten beruhigt sein, da sie im Guthaben geführt werden und somit keine Kostenfalle droht. Weil Prepaid-Kreditkarten für Jugendliche und Kinder meist mit vergünstigten Gebühren einhergehen, ist auch der Kostenfaktor überschaubar.

Autor: Werner Müller