Zahlungskarten

Sicherheit am Geldautomaten

Banken begegnen der Gefahr von Betrugsfällen am Bankautomaten nur in Ausnahmen proaktiv.

Banken geraten immer mehr unter Druck. 54 000 Geldautomaten gibt es bundesweit und nur nur ein Teil davon ist gegen Manipulationen effektiv geschützt. Verbraucherschützer beklagen das seit langem. Nachdem die Zahl der Betrugsfälle deutlich ansteigt, fühlen sich die Innenminister auf den Plan gerufen.

Der entstandene Schaden wird statistisch nicht erfasst. Der Vorsitzende der Innenminister-Konferenz, Jörg Schönbohm, schätzt ihn auf jährlich 21 Millionen Euro. Nun will er das Thema auf die Tagesordnung der Innenminister setzen. "Die Banken müssen ihre Kunden mit der neuesten Technik vor kriminellen Angriffen auf ihr Geld schützen , forderte auch NRW-Innenminister Ingo Wolf. Die Geldinstitute spielen den Schaden herunter und behaupten, dass die deutschen EC-Karten und Geldautomaten zu den sichersten der Welt gehören.

Ganz tatenlos haben die hiesigen Banken den zunehmenden Fällen von Skimming (illegales Auslesen von Zahlungskartendaten) nicht zugesehen. Die Echtheit einer Karte wird schon heute geprüft. Tatsächlich ist der Standard in vielen europäischen Staaten, zum Beispiel Frankreich, niedriger. Deshalb weichen die Betrüger zumeist in andere Länder aus und heben dann, vornehmlich am Wochenende, weil der Schaden dann erst später auffällt, das Geld vom Konto ab.

Dabei gibt es Möglichkeiten das Ausspähen der Daten zu erschweren: Es können beispielsweise Störsender angebracht werden, sodass die Betrüger keine nutzbaren Daten erhalten, zusätzlich wird ein stiller Alarm ausgelöst. An vielen Automaten sind Sichtblenden angebracht, um zu erschweren, dass Kameras die Geheimzahl aufnehmen können. Karteninhaber sollten selber aktiv sein und die Eingabe der PIN-Nummer immer mit der Hand verdecken. Wenn möglich sollten für den Türöffner und für die Abhebung am Automaten unterschiedliche Zahlungskarten verwendet werden.

Es kostet fast 1.000 Euro einen Geldautomat mit Anti-Skimming-Modulen auszustatten. Bei bundesweit 54 000 Geräten wird das eine teure Angelegenheit. Verbraucherschützer vermuten deshalb, dass die Banken die hohen Kosten scheuen. Vor allem weil bis Ende 2010 für alle Zahlungskarten Chips eingeführt und die Automaten ohnehin dann umgerüstet werden. Dann soll Skimming jedenfalls in Europa nicht mehr möglich sein. Nimmt man die steigenden Skimming-Fälle für zwei weitere Jahre in Kauf? - Vermutlich ja, denn die Umrüstung der Automaten kostet mehr als doppelt so viel, wie der durch Skimming enstandene Schaden. Außerdem liegt bei Betrugfällen die Beweislast immer beim Bankkunden und nicht bei der Bank.