Kreditkarte: Die beste Kreditkarte gibt es nicht

Viele Verbraucher fragen immer wieder, welche Kreditkarte die beste ist. Die Antwort lautet: Es gibt keine beste Kreditkarte!

14.09.11
Kreditkarten

Bietet die eine Karte großartigen Schutz, ist sie oft in der Jahresgebühr zu teuer. Umgekehrt verursachen kostenlose Kreditkarten, nicht selten hohe Sollzinsen oder Gebühren beim Karteneinsatz. Von dieser allgemeinen Einschätzung abgesehen, spielen zusätzlich individuelle Bedürfnisse eine sehr große Rolle bei der Kartenauswahl.

Für alle Interessenten gilt jedoch folgendes: Vor der Antragstellung sollte man Kreditkarten unbedingt nach seinen individuellen Vorstellungen (was soll die Karte leisten, wo und wie will ich sie einsetzen?) vergleichen. Nur so kann die für einen persönlich beste Kreditkarte ausfindig gemacht werden.

Für die meisten kommen nur Karten von Visa oder MasterCard in Frage. Wichtig zu wissen ist dabei, dass Visa etwas häufiger akzeptiert wird als MasterCard. In einigen Gegenden auf der Welt wird ausschließlich Visa angenommen. Am besten fährt jedoch, wer sowohl Visa als auch MasterCard im Portemonnaie hat: Bei Nicht-Akzeptanz oder Defekt einer Karte bleibt man trotzdem flexibel.

Viele nutzen eine Kreditkarte in erster Linie für bargeldloses Bezahlen im Urlaub (oft alternativlos, wie z.B. im Hotel oder beim Mietwagenhändler). Immer mehr nutzen die Kreditkarte aber auch für Bargeldabhebungen am Automaten. Entsprechend sollte man darauf achten, dass für diese Karteneinsätze keine oder nur geringe Gebühren anfallen. Beides findet man inzwischen bei einigen kostenlosen Anbietern. Wer die richtigen Karten hat, kann situationsabhängig ohne jegliche Kosten alle Vorteile einer Kreditkarte nutzen. Die beste Kreditkarte ist also eher ein Mix aus zwei oder mehr Karten.

Wer seine Kreditkarte ausschließlich für das Shoppen im Internet nutzen möchte, dem reicht in der Regel eine Prepaid-Kreditkarte, die man vor Karteneinsatz mit entsprechendem Guthaben aufladen muss. Diese Karten gelten als besonders sicher, weil ausschließlich nur bis zur Höhe des aktuellen Guthabens verfügt werden kann. Gleichzeitig büßt man ein gewisses Maß an Flexibilität ein, denn bis das Geld tatsächlich auf dem Kartenkonto landet, können je nach Bank bis zu fünf Werktage vergehen. Prepaid-Kreditkarten werden ausschließlich von Visa oder MasterCard angeboten. Einige gibt es inzwischen dauerhaft ohne Jahresgebühr und ohne hohe Kosten beim Karteneinsatz.

Wer weitreichenden Versicherungsschutz und Top-Kundenservice verlangt, der landet schnell bei Kreditkarten von American Express. Viele der Versicherungsleistungen von Kreditkarten setzen den Karteneinsatz voraus. Da American Express deutlich seltener Akzeptanz findet, hat man leider oft das Nachsehen und zahlt eine hohe Jahresgebühr für einen Versicherungsschutz, der gar nicht greift. Insbesondere wer seine (Flug)Reisen im Internet bucht, kommt mit American Express nicht weit.

Viele gute Kartenangebote gibt es nur in Verbindung mit einem (Internet-)Girokonto. Das sollte niemanden abschrecken, denn dieses Konto wird in den meisten Fällen nur als Referenzkonto angesehen, von dem die Kartenumsätze eingezogen werden. Ein Kontowechsel ist nicht nötig.

Manchmal ist ein hoher Verfügungsrahmen auf der Kreditkarte wichtig. Man sollte darauf achten, dass das Kartenkonto im Guthaben geführt werden kann. Bestenfalls erhält man dazu einen Zins, der mit aktuellen Tagesgeldangeboten durchaus konkurrieren kann. Der Verfügungsrahmen setzt sich dann aus Kartenguthaben und Kreditrahmen zusammen.

Fazit (der perfekte Mix für die meisten Interessenten):
1. (kostenlose) Visa- Kreditkarte, z.B. von der DKB, Cortal Consors oder Wüstenrot
2. (kostenlose) MasterCard (evtl. als Prepaid-Kreditkarte), z.B. von Advanzia (hier unbedingt die per E-Mail eingehende Rechnung rechtzeitig und in voller Höhe überweisen), Fidor oder Kalixa
3. Kreditkarte (evtl. im 1. Jahr kostenlos) mit Versicherungsleistungen nach individuellen Ansprüchen, z.B. American Express Gold, Barclaycard Gold Visa oder ExplorerCard

Autor: Werner Müller

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