Kreditkartensicherheit

So schützen Sie sich vor Kreditkartenbetrug

Schützen Sie sich vor Kreditkartenbetrug, und gehen Sie sachgerecht mit Ihrer Kreditkarte und Ihren Kreditkartendaten um. cardscout zeigt Ihnen, wie das geht.

Schützen Sie Ihre Kreditkarte vor Betrügern. © thinkstock
Schützen Sie Ihre Kreditkarte vor Betrügern. © thinkstock
  • Eine gefälschte Kreditkarte lässt sich leicht erkennen: Finden Sie heraus, auf welche Kriterien Sie achten müssen.
  • Oft können Karteninhaber einem Kreditkartenbetrug durch die richtige Handhabe ihrer Karte vorbeugen.
  • Viele Ratschläge und Empfehlungen werden zu selten beherzigt.

Dank verschiedenster Vorkehrungen seitens der Banken und Institute ist die Kreditkarte eine äußerst sichere bargeldlose Bezahlmethode. Die Sicherheitsmerkmale schützen vor allem bei Zahlungen, die mit der Karte Vorort im Geschäft getätigt werden. cardscout stellt Ihnen in diesem Ratgeber die relevanten Sicherheitsmerkmale bei Kreditkarten vor.

Kreditkartensicherheit: Die wichtigsten Merkmale auf der Vorderseite

Eine der wichtigsten Technologien, die die Sicherheit von Kreditkarten gewährleistet, ist der EMV-Chip. EMV steht für „Europay International, MasterCard and Visa“ und bezeichnet solche Kreditkarten, die mit einem Prozessorchip versehen sind. Bereits Ende der 90er Jahre hat der EMV-Chip den Magnetstreifen als Datenkommunikator abgelöst. Der Chip hat zwei wichtige Vorteile:

  • Anders als beim Magnetstreifen kann der EMV-Chip nur sehr schwer kopiert, verändert oder beeinflusst werden. Dies schützt die auf dem Chip enthaltenen Daten vor einer kriminellen Duplizierung durch Kreditkartenbetrüger.

  • Die Prüfung der PIN des Kartenbesitzers und die Verifizierung der Kartenechtheit können dank des EMV-Chips auch offline erfolgen. Somit wird dieser Sicherheitsschritt zu jeder Zeit gewährleistet.

Äußerst bedeutend für die Kreditkartensicherheit ist die Kreditkartennummer. Diese Erkennungsnummer ist bei Visa und MasterCard 16-stellig. Bei Visa sind jedoch auch 13-stellige Kartennummern möglich. In der Regel sind Kreditkartennummern hochgeprägt und dadurch tastbar. Kreditkarten mit der Aufschrift „electronic use only“ weisen die Hochprägung nicht auf. Das ist zum Beispiel bei manchen Prepaid-Kreditkarten der Fall. Sinn der Hochprägung ist es bei einem Ausfall des elektronischen Kartenlesegeräts die Zahlung alternativ über einen sogenannten Imprinter abzuwickeln, der die Karteninformationen abdruckt. Die Ziffern bei einer Hochprägung müssen alle gleich lang, hoch und breit sein. Händlern wird geraten bei Kreditkartenzahlungen zu überprüfen, ob die Nummer auf der Karte mit der Nummer auf dem Rechnungsbeleg übereinstimmt. So lassen sich Zahlungen mit gestohlenen Daten leicht erkennen.

Eine weitere Maßnahme zur Steigerung der Sicherheit von Kreditkarten ist der Einsatz von Hologrammen. Hologramme sind äußerst schwierig zu fälschen und beugen somit einer physischen Duplizierung der Kreditkarte vor. Bei MasterCard besteht das Hologramm aus zwei Weltkugeln, auf denen die Kontinente abgebildet sind. Bewegt man die Karte gegen das Licht, erkennt man die Aufschrift MasterCard. Bei Visa zeigt das Hologramm eine Taube, die nach rechts oben fliegt. American Express Kreditkarten weisen kein Hologramm auf.

Der Kartennummer-Index besteht aus vier Ziffern und ist unterhalb der Kreditkartennummer zu finden. Der Index wiederholt die ersten vier Stellen der Kreditkartennummer und muss daher übereinstimmen. Der Index beginnt bei Visa-Karten in aller Regel mit der Ziffer Vier und bei MasterCard-Karten mit der Ziffer Fünf. Ziel ist es, die Maßnahmen zur Kreditkartensicherheit so komplex wie möglich zu gestalten, sodass eine Fälschung auch einem ungeübten Auge mit nur wenigen Blicken auffällt. Der Kartennummer-Index kann somit als ein weiteres von vielen Sicherheitsmerkmalen betrachtet werden.

Die versteckte Schrift ist ebenfalls eines der Sicherheitsmerkmale von Kreditkarten. Hält man MasterCard und Visa Kreditkarten unter UV-Licht, so erkennt man auf der MasterCard ungefähr mittig platziert die Buchstaben M und C und bei der Visa ein V unterhalb des Visa-Logos. Bei American Express ist auf der Vorderseite das Wort „Amex“ zu sehen. Bei Visa erscheint eine Taube.

Kreditkartensicherheit: Welche Merkmale befinden sich auf der Rückseite?

Auf der Rückseite einer Kreditkarte trägt vor allem die Unterschriftenzeile zum Schutz vor Kreditkartenbetrug bei. Diese Zeile besteht aus einem chemischen Papier, wodurch Manipulationen sehr schnell ersichtlich sind. Auf MasterCard Kreditkarten ist das Wort „MasterCard“ im 45 Grad Winkel zur Unterschriftenzeile in blau, rot und gelb aufgedruckt.

TIPP: Sobald Sie Ihre Karte erhalten haben, sollten Sie auf der Rückseite unterschreiben. Im Zweifelsfall kann der Händler die Unterschrift auf der Karte mit der Unterschrift auf dem Personalausweis vergleichen.

Zudem finden sich bei Karten der Kreditkartenanbieter die letzten vier Ziffern der Kreditkartennummer auf der Unterschriftenzeile. Rechts daneben steht die 3-stellige Kartenprüfnummer, die jede Kreditkarte zur Unterstützung der Kreditkartensicherheit enthält. Die Kartenprüfnummer ist in aller Regel kursiv links fallend gedruckt. Bei Visa Kreditkarten wird der Sicherheitscode CVV2 und bei MasterCard CVC2 genannt.

Welche zusätzlichen Maßnahmen zum Schutz vor Kreditkartenbetrug gibt es?

Es ist der wohl älteste Ratschlag, wenn es darum geht, sich vor Kreditkartenbetrug und -missbrauch zu schützen, und trotzdem wird er nicht immer beherzigt: Bewahren Sie Ihre PIN und die Kreditkarte immer getrennt auf und nicht in derselben Geldbörse. In erster Linie beugt dies natürlich dem direkten Betrug vor. Doch auch damit die Bank für den entstandenen Schaden haftet, dürfen Geheimnummer und Karte nicht gleichzeitig in derselben Brieftasche mitgeführt werden. Achten Sie darauf, Ihre Geheimzahl bei der Eingabe immer verdeckt einzugeben.

Wenn Sie mit Ihrer Kreditkarte bezahlen, sollten Sie Ihre PIN verdeckt eingeben und möglichst keine Bankautomaten benutzen, die im Außenbereich der Bank gelegen sind. Solche Bankautomaten sind leichter durch Betrüger zu manipulieren. Nutzen Sie also wo möglich Automaten im Innenbereich einer Filiale und achten Sie darüber hinaus auf etwaige Veränderungen am Automaten. Auch mit solch einfachen Tipps senken Sie die Wahrscheinlichkeit, Opfer von einem Kreditkartenbetrug zu werden, um einiges.

Prüfen Sie beim Bezahlen mit der Kreditkarte immer, ob der Rechnungsbetrag auf Ihrer Quittung korrekt ist. So können Sie ein verändertes Kassenterminal frühzeitig erkennen. Ein weiterer wichtiger Punkt, um Ihre Kreditkartensicherheit zu gewährleisten: Egal, wer Sie fragt, geben Sie Ihre PIN niemals weiter. Ihre Bank würde Sie unter keinen Umständen, ob persönlich, telefonisch oder per Email um eine Auskunft zu Ihrer Geheimzahl bitten. Es kann sich somit in solch einem Fall nur um einen Betrug und den Versuch an Ihre Kreditkartendaten zu kommen handeln. Sinnvoll ist es darüber hinaus die Kreditkartenabrechnung monatlich aufmerksam zu überprüfen, um Unregelmäßigkeiten rechtzeitig zu erkennen.

Sollte Ihre Kreditkarte doch einmal von Betrügern geknackt werden, so müssen Sie Ihre Karte, so schnell es geht, sperren lassen. Wie das funktioniert, können Sie im Ratgeber Kreditkarte sperren – aber wie? nachlesen. Das Sperren der Kreditkarte ist die einzige Maßnahme, mit der Sie die Kreditkartensicherheit bei einem Diebstahl möglicherweise wiederherstellen können.

Kreditkartenbetrug: Das sind die Maschen der Betrüger

Selbst Kreditkarteninhaber, die alle Sicherheitsvorkehrungen treffen, um einem Kartenmissbrauch vorzubeugen, können zum Opfer von Kreditkartenbetrügern werden. Am häufigsten klauen Betrüger schlicht Portemonnaies und können die Kreditkarte dann sofort für Zahlungen einsetzen. Da ein Kartendiebstahl oft schnell bemerkt wird, nutzen Betrüger verschiedene Maschen, um den Kartenbetrug möglichst lang zu verschleiern. Folgende Methoden wenden die Betrüger an:

  • Zahlungskarten duplizieren
    Mit moderner Technik haben Kreditkartenbetrüger die Möglichkeit den Magnetstreifen der Kreditkarte zu kopieren. Mit der Kopie können Betrüger dann ein Duplikat Ihrer Kreditkarte erstellen und dieses für Zahlungen einsetzen.
    In Geschäften können beispielsweise manipulierte Kartenlesegeräte Betrügern zu den Kartendaten, inklusive PIN, verhelfen. Diese Form von Datenklau wird als Skimming bezeichnet.

  • Kreditkarte austauschen

    Ein weiterer Trick von Kreditkartenbetrügern bei der Kartenzahlung in Geschäften ist der Austausch Ihrer Kreditkarte gegen eine Fälschung derselbigen. Bis Sie den Tausch bemerken, haben die Betrüger meist schon hohe Summen ausgegeben.

    TIPP: Um das Austauschen oder Duplizieren Ihrer Kreditkarte zu vermeiden, sollten Sie die Karte bei der Zahlung nicht aus der Hand geben.

  • Rechnungsbelege aufsammeln
    Bewahren Sie die Rechnungsbelege Ihrer Einkäufe mit Kreditkarte stets auf. Denn auf den Durchschlägen der Belege sind wichtige Kreditkartendaten, wie Namen der Kreditkarteninhaber oder Kreditkartennummern zu finden. Die Daten reichen unter Umständen aus, um online in Ihrem Namen Einkäufe zu tätigen oder Ihr Kartenkonto mit gefälschten Rechnungen zu belasten. Die Aufbewahrung Ihrer Rechnungen kann außerdem dabei helfen, im Falle eines Kreditkartenbetruges die falschen Kartenumsätze leichter nachweisen zu können.

  • Elektronischer Datendiebstahl
    In der virtuellen Welt bieten sich Kreditkartenbetrügern verschiedene Möglichkeiten, an die Kreditkatendaten zu kommen. So können Sie im Internet an unseriöse Online-Händler geraten, die nach der Eingabe Ihrer Kreditkartendaten die selbigen weitergeben oder für Illegales nutzen. Achten Sie daher stets darauf nur bei seriösen Händlern Zahlungen mit Kreditkarten vorzunehmen. Ein weiterer Weg, auf dem Betrüger versuchen online an Kreditkartendaten zu gelangen, sind gefälschte Mails (Phishing-Mails) oder Viren und Trojaner. Eine unverschlüsselte Internetverbindung gibt Hackern die Möglichkeit an die wichtigen Daten der Zahlungskarte zu gelangen.

Nach dem Kreditkartenbetrug: Das ist zu tun

  • Schritt 1: Kreditkarte sperren lassen
    Lassen Sie Ihre Karte sofort sperren, wenn Sie merken, dass die Kreditkarte gestohlen wurde, Sie die Karte verloren haben oder falsche Abbuchungen auf Ihrer Kartenabrechnung auftauchen. Egal von welchem Anbieter Ihre Karte stammt, der Sperr-Notruf für alle Kreditkarten, die gestohlen wurden oder verloren gegangen sind, ist weltweit unter (+49) 116 116 erreichbar. Für die Sperrung Ihrer Kreditkarte benötigen Sie die Kreditkartennummer.

  • Schritt 2: Kartenabrechnung prüfen
    Prüfen Sie Ihre Kreditkartenabrechnungen und dokumentieren Sie die betrügerischen Abbuchungen. Melden Sie den Kreditkartenbetrug umgehend Ihrer Bank.

  • Schritt 3: Anzeige erstatten
    Bei einem Kartenmissbrauch, sei es durch Daten- oder Kartendiebstahl, sollten Opfer außerdem stets Anzeigen bei der Polizei erstatten. Die Anzeige gilt, bei der Haftungsfrage, auch als Nachweis über den Betrug für die Bank.

  • Schritt 4: Alle Maßnahmen dokumentieren
    Dokumentieren Sie alle wichtigen Schritte nach dem Kreditkartenbetrug: Wann haben Sie den Betrug erkannt? Wann haben Sie Ihre Kreditkarte sperren lassen und den Missbrauch der Polizei gemeldet? Alle Informationen können Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt dabei helfen das gestohlene Geld erstattet zu bekommen.

  • Schritt 5: Betrug bei der Bank reklamieren
    Sollten Ihnen Abbuchungen in der Abrechnung auffallen, die Sie nicht selbst getätigt haben, können Sie die Kartenumsätze innerhalb von acht Wochen, ab dem Zeitpunkt der Belastung, stornieren. Handeln Sie dennoch immer möglichst schnell und reizen Sie die Stornierungsfrist nicht aus.
    Für die schriftliche Reklamation falscher Abbuchungen auf Ihrer Kreditkartenabrechnung stellen Banken meist ein Formular zur Verfügung. Hier können Sie für jede falsche Abbuchung eine Begründung angeben.


  • Urszula Hulboj / Leonie Wiesner

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