Reisekasse

Bargeld? Kreditkarte? Oder doch Reiseschecks?

Die Auswahl ist groß, doch welche Zahlungsmittel benötigt man tatsächlich im Urlaub?

Momentan berichten fast täglich Zeitungen oder Internetportale über die richtige Reisekasse, den besten Mix für Ihre Reisekasse oder den richtigen Umgang mit Zahlungsmitteln im Ausland. Die Stiftung Warentest bzw. Finanztest schickt Tester in die Schweiz und sogar nach Indonesien, um die Preise für Bargeldabhebungen am Automaten zu prüfen.

Ohne Frage sollte sich jeder Urlauber vor Abflug auch Gedanken über die finanzielle Situation am Zielort machen und sich evtl. Sperrnummern für Karten merken. Doch was ist sonst noch zu beachten, wenn es um die finanzielle Absicherung am Urlaubsort geht? Grundsätzlich empfiehlt sich ein Mix aus etwas Bargeld, der Girokarte (früher EC-Karte), einer Kreditkarte und evtl. Reiseschecks.

Bargeld wird benötigt, um nach der Ankunft am Urlaubsort das Taxi vom Flughafen zum Hotel oder den Bus in die Stadt bezahlen zu können. Das hört sich durchaus plausibel an. Doch in Deutschland ist der Tausch in Fremdwährungen je nach Urlaubsland in der Regel sehr teuer. Vorab zu tauschen lohnt nur, wenn Hartwährungsländer wie z.B. die USA oder Großbritannien, angesteuert werden. Für Reisende nach Südamerika, Asien oder Afrika, aber auch in die Türkei oder Osteuropa ist es vorteilhaft sich Bargeld direkt am Zielflughafen zu beschaffen. Nur in sehr seltenen Fällen findet sich kein Geldautomat direkt am Flughafen. Wird die Girokarte eingesetzt, muss mit Gebühren zwischen 3,50 und 5 Euro für die Nutzung an Fremdautomaten gerechnet werden. Die Gebühren für Bargeldabhebungen mit Kreditkarten sind im Durchschnitt höher. Es gibt aber inzwischen etliche Kreditkarten, die innerhalb der Euro-Zone oder weltweit den kostenlosen Bezug von Bargeld am Automaten zulassen.

Die Girokarte wird in der gesamten Euro-Zone akzeptiert. Bei ihr fallen keine weiteren Gebühren für bargeldloses Bezahlen an. Ebenso verhält es sich mit der Kreditkarte. In Punkto Sicherheit liegt allerdings die Kreditkarte vorn, da im Betrugsfall die Beweislast bei den Banken liegt. Das ist bei der Girokarte nicht so: Hier muss der Halter der Karte einen Betrug nachweisen, was nicht ganz einfach werden dürfte. Zusätzlich ist die Haftung bei Kreditkarten in den meisten Fällen auf 0 bzw. maximal 50 Euro begrenzt. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Karten – egal ob Giro- oder Kreditkarte – bei Verlust oder Diebstahl unverzüglich gesperrt werden. Dazu sollte man unbedingt die kostenlose Sperrhotline unter der Rufnummer (0049)116 116 parat haben. Die meisten Banken (ausgenommen KarstadtQuelle Bank und Postbank) beteiligen sich an diesem zentralen Sperr-Notruf, der täglich 24 Stunden besetzt ist.

Reiseschecks sind ein sicheres Zahlungsmittel. Der Umgang ist jedoch verhältnismäßig kompliziert. Weicht die Unterschrift bei der Einlösung von der Unterschrift bei der Ausstellung ab - was schnell passiert, wenn viele Schecks quittiert werden -, so muss der Scheck neu vor Ort ausgestellt werden. Das geht aber nur in einem Büro des Unternehmens der ausgebenden Schecks, z.B. American Express oder Thomas Cook, was mit großem Aufwand verbunden sein kann. Die Gebühren für den Kauf von Schecks liegen bei ein bis zwei Prozent des Gesamtbetrages. Zusätzlich fallen häufig Gebühren beim Einlösen des Schecks an und der Wechselkurs liegt oft unter dem von Bargeld oder Kreditkarten. Der Vorteil: Beim Verlust von Reiseschecks wird der Betrag in kurzer Zeit und voller Höhe ersetzt.

Für den kostenlosen Einsatz bei bargeldlosen Zahlungen eignet sich innerhalb der Euro-Zone die Girokarte oder eine Kreditkarte. Außerhalb der Euro-Zone ist es vorteilhaft rechtzeitig eine Kreditkarte zu beantragen, die keine Gebühren für den Auslandseinsatz erhebt. In sämtlichen Tests schneiden immer wieder dieselben Kreditkarten besonders gut ab: die kostenlose VISA Kreditkarte der DKB (DKB-Cash) oder die VISA Karte der Comdirect. Für beide Produkte fallen keinerlei Grundgebühren an, obwohl sie in Verbindung mit einem Girokonto angeboten werden. Sie bieten weltweit kostenlosen Bezug von Bargeld am Automaten und eine hohe Guthabenverzinsung (DKB-Cash = 2,55 % p.a.; Comdirect =.1,75 % p.a.). Für Kunden der Postbank eignet sich die Postbank Sparcard (keine Zahlungsfunktion!), mit der zehn Mal jährlich kostenlos Bargeld abgehoben werden kann. Die einzige kostenlose Kreditkarte ohne Auslandseinsatzengelt ist die goldene Kreditkarte der Advanzia Bank. Hier fallen allerdings hohe Gebühren im Verzugsfall an. Als „echte“ Kreditkarte wird nämlich hier nicht, wie sonst üblich, der monatliche Rechnungsbetrag automatisch vom Referenzkonto abgebucht. Den offenen Betrag muss man selbst per (Teil-)Überweisung ausgleichen.

Einen Überblick sämtlicher Karten bietet der Vergleichsrechner, der diverse Filterkriterien anbietet. In der Detailansicht finden sich ausführliche Informationen zur Guthaben- und Sollverzinsung sowie Jahresgebühren jeder einzelner Kreditkarte wieder.