Debitkarten

Debitkarten: So funktionieren Debit Cards

Mit einer Debitkarte lassen sich Zahlungen und Bargeldabhebungen tätigen. Mehr zur Funktion der Karte und den Parallelen zur Girocard, lesen Sie hier.

Eine Debitkarte ist eine Zahlungskarte, die der Besitzer für bargeldloses Bezahlen verwenden kann. Auch Bargeldabhebungen sind mit der Debitkarte möglich. Die Debitkarte wird von einem Kreditinstitut oder einer Bank herausgegeben. Sobald der Besitzer der Karte eine Transaktion tätigt, wird sein Girokonto mit dem Betrag belastet. Es ist nicht möglich, mit einer Debitkarte, wie bei einer Kreditkarte, im Vorfeld Geld zu beziehen. Bei einer Debitkarte gelten die Konditionen des Girokontos, was Abhebungen und den Disporahmen betrifft. Wie die meisten Zahlungskarten wird auch die Debitkarte aus Kunststoff (PVC) hergestellt. Der Begriff „Debit“ kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Lastschrift, Soll oder Belastung. 

Eine Debitkarte ist keine Kreditkarte

Immer wieder kommt es bei den Begriffen zu Verwechslungen: Eine Debitkarte ist keine Kreditkarte. Die in Deutschland populärste Debitkarte ist die herkömmliche Girocard. Das Girocard-System ist ausschließlich ein deutsches Bezahlsystem. Damit Kunden mit ihrer Karte auch im Ausland zahlen können, wird zum Beispiel mit Bezahlsystemen von Visa oder MasterCard kooperiert. 

  • Maestro ist das Debit-Karten System von MasterCard
  • V-Pay ist das Debit-Karten System von Visa

Aufgrund der Terminologie kommt es dabei häufig zu Missverständnissen. Kreditkarten sind Zahlungskarten, die über einen eignen Kreditrahmen verfügen. Eigentümer erhalten die Abrechnung für getätigte Ausgaben meistens nach vier bis acht Wochen. Für Debitkarten kann man sich reguläre Kontoauszüge ausdrucken lassen. 

MasterCard Debit und Visa Card Debit

Die Kreditkartenunternehmen MasterCard und Visa bieten zudem eigene Debitkarten an. Da auf diesen Karten das Logo des Kreditinstituts abgebildet ist, sorgen auch diese Karten häufig für Verwirrung. Mit einer MasterCard Debit und einer Visa Card Debit kann man im Internet einkaufen und bezahlen. Sie ähneln dadurch einer Girocard oder einer Kreditkarte. 

Die Girocard ist Deutschlands beliebteste Debitkarte

2017 gab es 109 Millionen Debitkarten in Deutschland. Damit ist die Girocard die gängigste Debitkarte hierzulande. Jede Debitkarte ist direkt an ein Konto gebunden. Bei jeder Transaktion oder Bargeldabhebung kann der Besitzer der Karte auf das Kontoguthaben beziehungsweise den Disporahmen zugreifen.

In den Jahren von 2008 bis 2013 gewann die Debitkarte in Deutschland zunehmend an Popularität. Nach einem kurzen Rückgang 2014 ging die Zahl der Debitkarten-Besitzer wieder nach oben. 2017 kam es zu einem Rekordwert von 3,3 Milliarden Transaktionen.   

Der Unterschied zwischen Prepaid-Karten und Debitkarten

Auch zwischen Prepaid-Karten und Debitkarten gibt es Parallelen. Beide Karten sind bargeldlose Bezahlmethoden. Prepaid-Karten müssen allerdings aufgeladen werden. Nur wenn ausreichend Guthaben auf der Karte ist, kann man sie zum Bezahlen verwenden. Ein weiterer entscheidender Unterschied ist, dass man für eine Prepaid-Karte in der Regel keine Bonitätsprüfung benötigt. Wer eine Debitkarte möchte, braucht ein aktives Girokonto. Für die Eröffnung eines Girokontos ist eine Schufa-Auskunft erforderlich. 

So funktioniert die Debitkarte

Debitkarten-Kunden können an allen Kassen eingesetzt werden, an denen Kartenzahlung angeboten wird. An Bankautomaten können sie mit ihrer PIN Geld von ihrem Konto abheben. Transaktionen können ebenfalls nur mit einer PIN oder einer Unterschrift zur Autorisierung vorgenommen werden. So schützen Banken ihre Kunden vor Betrügern. Die Gebühren für den Bezahlvorgang an der Kasse übernehmen üblicherweise die Verkäufer beziehungsweise die Händler. Für den Kunden können allerdings Kosten entstehen, wenn er am Automaten Geld abhebt. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich vorher zu informieren, an welchen Automaten man gebührenfrei Geld abheben kann. Es gibt verschiedene Netzwerke, denen die Kreditinstitute und Banken angehören. Eine Auflistung dieser Netzwerke finden Sie unten:

  • Der Sparkassenverband: 25.700 Geldautomaten
  • Das BankCard Servicenetz der Volksbanken und Raiffeisenbanken: 19.600 Geldautomaten
  • Die Cash Group: 9.000 Geldautomaten, inklusive Bargeldbezug an den Kassen von etwa 1.300 Shell-Tankstellen
  • Der Cash-Pool: 3.000 Geldautomaten 

Sicherheit von Debitkarten

Kreditkarten und Debitkarten liegen nach dem Bezahlen mit Bargeld auf dem zweiten Platz, was die Sicherheit für den Händler und für den Käufer angeht. Das veröffentlichte das Unternehmen ‚Oxford Economics‘ im März 2017 im „Future of Money Report”

Vorteile einer Debitkarte

Vorteile

  • Geringes Verschuldungsrisiko

    Mit einer Debitkarte ist es unwahrscheinlich in eine Schuldenspirale zu gelangen. Wenn der Disporahmen eines Girokontos ausgeschöpft ist, hat der Besitzer keine Möglichkeit mehr, mit der Karte weitere Transaktionen zu tätigen und Einkäufe zu bezahlen. Außerdem behält der Verbraucher einen guten Überblick über seine Finanzen, da das Konto nach einem Kauf sofort belastet wird.

  • Oft kostenlos

    Im Normalfall erhalten Bankkunden die Debitkarte auf Wunsch kostenlos zum Girokonto dazu.

Nachteile einer Debitkarte

Nachteile

  • Kosten außerhalb Europas

    Viele Debitkarten sind nur im europäischen Ausland kostenfrei. Ein Beispiel dafür ist die Girocard mit V-Pay von Visa. Bei einer Verwendung im internationalen Ausland fallen hierfür extra Gebühren an. In diesem Fall sollte eher auf eine Kreditkarte zurückgegriffen werden. Die meisten Kreditkarten bieten kostenloses Geldabheben weltweit an.

  • Nicht als Sicherheit einsetzbar

    Da die Debitkarte über keinen Kreditrahmen für den Kunden verfügt, kann es sein, dass sie nicht überall als Sicherheit hinterlegt werden kann. Beispielsweise bei Hotels oder Mietwagen-Buchungen verlangen Anbieter in der Regel eine Kreditkarte mit Verfügungsrahmen als Sicherheit.

  • Hohe Zinsen bei Dispositionskredit

    Wenn ein Kunde ins Dispo seines Girokontos gelangt, fallen für den Kartennutzer meistens hohe Zinsen an.

  • Keine Zusatzleistungen

    Im Vergleich zu einer Kreditkarte bietet eine Debitkarte keine Zusatzleistungen. Reiserücktrittsversicherungen oder Gepäckversicherungen müsste der Kunde also immer extra bezahlen.

 

Bildquelle: gettyimages

Leonie Wiesner