Ökobank: Sozial, ökologisch, nachhaltig

Eine Ökobank investiert nur in sozial und ökologisch nachhaltige Projekte. Was eine Ökobank ausmacht und welche Banken empfehlenswert sind, lesen Sie hier.

Ökobank: Sozial, ökologisch, nachhaltig
Ökobank: Sozial, ökologisch, nachhaltig (© gettyimages)

Die Haupteinnahmequelle von Banken ist die Investition in Aktien, Anleihen oder andere Finanzprodukte. Außerdem verleihen Banken Geld in Form von Krediten, die sie zu einem späteren Zeitpunkt plus Sollzinsen zurückerhalten. Als Kapital dienen die Ersparnisse der Kunden, die wiederum im besten Fall durch ihre Geldanlage bei der Bank von Zinsen und Zinseszinsen profitieren. Bei regulären Banken haben Kunden keinen Einfluss auf die Unternehmen, Organisationen, Projekte, Produkte und Menschen, in die ihre Ersparnisse investiert werden. So kann es sein, dass eine Bank in Waffenhersteller oder Atomenergie investiert, ohne dass ihre Kunden dies nachvollziehen können.

Regulär vs. Grün: Das unterscheidet Ökobanken

Eine Ökobank, auch „Grüne Bank“, bietet die gleichen Finanzdienstleistungen, die eine reguläre Bank erbringt. Kunden können Girokonten oder Tagesgeld-Konten eröffnen, Geld anlegen, ihre Altersvorsorge planen oder einen Kredit aufnehmen. Im Unterschied zu regulären Banken wickelt eine nachhaltige Bank Geschäfte fair, ethisch und ökologisch ab. Das heißt, dass Geld nur in Geschäfte investiert wird, die im Ökologischen und Sozialen festgelegte Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen. Damit Kunden Investitionen nachvollziehen können, arbeiten Ökobanken mit voller Transparenz. Typische Bereiche, in die Geldanlagen vonbei Ökobanken fließen, sind beispielsweise erneuerbare Energien, ökologischer Landbau, Baumsparverträge, nachhaltige Waldbewirtschaftung, Bildung und Fair Trade.

Unternehmen aus folgenden Bereichen haben dagegen zum Beispiel keine Chance auf eine Finanzierung durch Ökobanken, da sie die strengen Anlagekriterien nicht erfüllen:

  • Rüstungsindustrie
  • Atomenergie
  • Unternehmen, die fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas nutzen
  • Unternehmen, die Kinderarbeit unterstützen oder Arbeitskräfte auf andere Weise ausbeuten
  • Unternehmen, die Tierversuche unterstützen
  • Agrarunternehmen, die übermäßig umweltschädigende Düngemittel und Pestizide einsetzen
  • Glücksspielbranche
  • Tabakindustrie
  • Pornografie

Ökobanken investieren nicht nur grün, sie bieten Kunden für ökologische Projekte oft Kredite zu günstigeren Konditionen an, als reguläre Banken. Die Baufinanzierung für ein ökologisches Haus fällt beispielsweise bei der UmweltBank und der EthikBank vergleichsweise günstig aus.

Bei Ökobanken handelt es sich um Direktbanken mit wenigen oder keinen Filialen. Sie bieten Online-Banking an.

Die besten grünen Banken in Deutschland

In Deutschland beherrschen vier empfehlenswerte Ökobanken den Markt.

GLS Bank:

Die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS) ist die größte und älteste Ökobank in Deutschland. Seit 1974 gibt es die Bank, bei der Kunden ihre Ersparnisse über Konten, Sparanlagen, ihre Altersvorsorge, Depots, Fonds und weitere Finanzprodukte, grün investiert wissen. Kunden legen bei der Kontoeröffnung fest, in welche Bereiche die GLS Bank ihre Ersparnisse investieren darf. Energie, Wohnen, Bildung, Gesundheit und Ernährung stehen zur Auswahl. Das Girokonto der GLS Bank ist an eine monatliche Kontoführungsgebühr von 3,80 Euro gebunden. Mit der Bankkarte, die Kunden gegen eine Jahresgebühr von 15 Euro erhalten, lassen sich kostenlose Barverfügungen an über 18.500 Geldautomaten in Deutschland tätigen. Eine zusätzliche GLS Visa BasicCard oder GLS MasterCard Classic-Kreditkarte schlägt mit einer jährlichen Gebühr von 30 Euro zu Buche. Eine GLS MasterCard Gold kostet jährlich 75 Euro. Bei der GLS Bank fällt zusätzlich ein Jahresbeitrag von über 60 Euro an. Im Vergleich zu anderen Ökobanken bietet die GLS Bank mit Filialen in Bochum, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, München, Stuttgart und Berlin, viele Standorte. Hier können Kunden kostenfreie Bargeldeinzahlungen vornehmen und persönliche Beratungen in Anspruch nehmen. Bargeld lässt sich ansonsten gegen eine Gebühr bei Reisebanken auf das Konto einzahlen.

Triodos Bank:

Das Angebot der Triodos Bank umfasst ein Girokonto, Finanzprodukte zur Geldanlage und Kredite. Sie ist europaweit aufgestellt. Die Triodos Bank investiert in soziale Projekte, wie Schulen oder Pflegeheime, und in ökologische Projekte, wie beispielsweise in die Öko-Landwirtschaft. Bei dem Girokonto der Triodos Bank fällt eine monatliche Grundgebühr von 4,50 Euro an. Kostenlose Bargeldabhebungen lassen sich bei der Triodos Bank nur mit der kostenpflichtigen MasterCard-Kreditkarte (30 Euro/Jahr) an Geldautomaten mit dem Maestro- und MasterCard-Zeichen tätigen. Die Bankkarte ist an eine Gebühr von 15 Euro pro Jahr gebunden. Neben der Standard-Kreditkarte können Kunden gegen eine Jahresgebühr von 35 Euro auch die GrünCardPlus MasterCard dazu buchen. Die Zahlungskarte wird zum Schutz der Umwelt, als erste Kreditkarte aus nachwachsenden Rohstoffen und nicht aus Plastik hergestellt. In Deutschland hat die Triodos Bank eine Filiale in Frankfurt am Main.

EthikBank:

Die EthikBank ist eine Direktbank ohne Filialen. Investitionen fließen ausschließlich in Unternehmen, die sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltig arbeiten und sich darüber hinaus in diesen Bereichen engagieren. Jedes Jahr fördert die grüne Bank ein Ethik-, Frauen- und Umweltprojekt. Die Produkte der Ökobank unterscheiden sich nicht von regulären Banken. Die EthikBank bietet Girokonten, Sparanlagen, Wertpapiere, Rentensparen und Finanzierungen. Mit der Bankkarte können Kunden gebührenfrei an Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken Bargeld abheben. Für ein Girokonto bei der EthikBank zahlen Kunden 8,50 Euro im Monat. Hinzu kommen Kosten für eine Bankkarte (15 Euro/Jahr) und MasterCard-Kreditkarten (35 Euro/Jahr).

UmweltBank:

Im Gegensatz zu den anderen drei großen Ökobanken in Deutschland bietet die UmweltBank weder ein Girokonto, noch Kreditkarten an. Sie bietet Kunden verschiedene Anlagemöglichkeiten, wie ein Depot oder Tagesgeldkonto. Angelegtes Geld wird ausschließlich in Projekte investiert, die ökologisch und umweltfreundlich sind. Finanzierungen fließen insbesondere in Projekte aus dem Bereich der erneuerbaren Energien.

Alternative Banken mit konfessionellem Hintergrund

Neben den genannten grünen Banken, legen verschiedene Banken mit konfessionellem Hintergrund Wert auf sozial und ökologisch nachhaltige Investitionen. Die KD-Bank (evangelisch), die Evangelische Bank (evangelisch) und die Steyler Bank (römisch-katholisch) zählen zu den kirchlichen Ethik-Banken in Deutschland.

Ökobank-Kreditkarte und -Girokonto für Jugendliche

Für junge Kunden bieten die GLS Bank und EthikBank ein Jugendkonto an. Das „GLS Junges Konto“ richtet sich an Menschen von 18 bis 27 Jahre. Die Kontoführungsgebühr entfällt bei dem Jugendkonto. Der GLS-Jahresbeitrag verringert sich auf einen Euro im Monat, also zwölf Euro im Jahr. Die Bankkarte ist für junge Kunden ebenfalls kostenlos. Mit der Zahlungskarte können Kontoinhaber an den Automaten der Volks-, Raiffeisen- und Spardabanken gebührenfrei Geld abheben. Eine zusätzliche GLS Visa BasicCard oder GLS MasterCard Classic-Kreditkarte erhalten Inhaber gegen eine Gebühr von 30 Euro. Eine GLS MasterCard Gold kostet 75 Euro pro Jahr.

Für Minderjährige (14 bis 17 Jahre) fallen bei dem „GLS Starterkonto“ die Kontoführungsgebühren, der Jahresbeitrag und die Gebühren für die Bankkarte weg.

Bei der EthikBank beträgt die Kontoführungsgebühr statt der regulären 8,50 Euro für Jugendliche nur zwei Euro. Kunden zwischen 18 und 24 profitieren von den günstigeren Konditionen.

Leonie Wiesner

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