Online-Bezahldienste

WeChat Pay: Der Bezahldienst aus China

WeChat Pay ist eine chinesische Online-Bezahlmethode. Lesen Sie hier alles über die Mobile Payment Lösung aus China.

Die Idee hinter WeChat Pay ist simpel: Für viele Asiaten ist Europa ein wahres Urlaubs-Shopping-Paradies. Dabei soll die Bezahlmethode so einfach wie möglich sein. Die chinesische Firma China UnionPay ist die einzige Kreditkartenorganisation in der Volksrepublik China. Viele Geschäfte in Europa akzeptieren diese Kreditkarte noch nicht. Deshalb entwickelte der Technologie- und Finanzdienstleistungsriese Wirecard AG einen bargeldlosen Bezahldienst, um asiatischen Touristen das Geld-Ausgeben in Europa zu erleichtern.  

Geschichte von WeChat Pay

2011 veröffentlichte die Wirecard AG den Nachrichtendienst WeChat - ursprünglich ausschließlich ein Chat-Dienst für Smartphones. Der Betreiber und Entwickler des Chat-Dienstes ist die chinesische Aktiengesellschaft „Tencent“. WeChat Pay ist eine Weiterentwicklung des Messengers. Die bargeldlose Bezahlmethode gibt es in China seit 2013. Seit Juli 2017 bietet die Wirecard AG die WeChat-Pay-Funktion in Europa an. In China ist WeChat unter dem Eigennamen Weixin bekannt.      

So funktioniert der Bezahldienst

  • Schritt

    Der Kunde öffnet auf seinem Handy die WeChat- oder die Weixin-App. Alle 60 Sekunden wird in der App ein neuer QR-Code generiert.

  • Schritt

    Der Verkäufer, beziehungsweise der Händler, öffnet die WeChat- Akzeptanz-App, scannt den QR-Code des Kunden und gibt den Betrag ein. So wird der Bezahlprozess gestartet.

  • Schritt

    Nach jeder Transaktion bekommen der Käufer und der Verkäufer eine Bestätigungs-Mail. Ein Beleg kann bei Bedarf auf Wunsch des Kunden ausgedruckt werden.

Bedeutung von WeChat Pay

Wer in China geschäftlich tätig werden will, kommt um einen WeChat-Pay-Account nicht herum. Das bestätigte auch Fabian Bertschinger, Creative Director bei Process Zürich, dem Online-Magazin „Werbewoche“. „Chinesische Unternehmen machen zuerst ihren WeChat-Auftritt und dann die Website“, zitiert das Magazin den Unternehmer. Ob Taxi-, Frisör-, Supermarkt-, oder Stromrechnungen: Die Chinesen bezahlen mittlerweile fast alles mit WeChat Pay. Damit ist WeChat Pay eines der wichtigsten Werkzeuge für sämtliche Online-Aktivitäten geworden. 

WeChat Pay ohne chinesisches Bankkonto

Mittlerweile sind auch internationale Kreditkarten auf der mobilen Zahlungsplattform zugelassen. Das heißt, man kann sich problemlos, beispielsweise mit einer Visa-Kreditkarte oder MasterCard, über die WeChat-Pay-App registrieren. Somit benötigt der Verbraucher kein chinesisches Bankkonto mehr, sondern kann auch mit einer deutschen Kreditkarte per WeChat Pay bezahlen. Die mobile Online-Bezahlmethode gibt es bisher in 25 Ländern, schreibt das Online-Magazin „Handelszeitung“.   

Vorteile von WeChat Pay für Verkäufer

Über 600 Millionen User nutzen die mobile Bezahlmethode WeChat Pay monatlich aktiv. Martin Fawer, Consulting Director bei Process Zürich, spricht im Interview mit der „Werbewoche“ sogar von einer Milliarde Menschen. Ein chinesischer Tourist gibt bei einem Europabesuch, laut der Website von Wirecard, im Durchschnitt 3.000 Euro für Shopping aus. Um den Touristen das Einkaufen zu erleichtern, ist WeChat Pay die beste Lösung. Für den Verkäufer fallen keine Setup-Kosten und keine monatlichen Gebühren an. Der Anbieter verspricht außerdem schnelle Integrationsoptionen, unabhängig von einer Integration in das Kassensystem.  

WeChat Pay für Touristen und Geschäftsleute

WeChat Pay wurde in erster Linie für chinesische Touristen in Europa entwickelt. Mittlerweile ist der Bezahldienst Teil des Alltags der Chinesen geworden. 78,7 Prozent der Chinesen benutzen WeChat Pay täglich, schreibt die Website „kartensicherheit.de“. Auch Ausländer in China nutzen die App. 64 Prozent der in China lebenden Ausländer verwenden WeChat Pay für ihre regelmäßigen Zahlungen. Das veröffentlichte der Betreiber Tencent. Die chinesische Zahlungsplattform gewinnt auch für Geschäftsleute zunehmend an Bedeutung. Ein gutes Beispiel: 70 Läden am Münchener Flughafen bieten die Bezahlung mit WeChat Pay an. Das schreibt das Online-Magazin „digital pioneers“. Geschäftsleute halten sich bekanntermaßen viel an Flughäfen auf. Ein Autor der Blog-Site „Tagesanzeiger“ beschreibt Geschäftsleute an Flughäfen sogar als wesensimmanent. 

Konkurrenz und Kritik: Mangelnde Sicherheit?

Die Wirecard AG erklärt, dass die WeChat-Pay-Methode aufgrund der neuen QR-Codes alle 60 Sekunden sicher ist.

Ein Autor der Website „chinachannel.co“ nimmt das Online-Bezahlverfahren genau unter die Lupe und stellt die Frage: Wie sicher ist WeChat Pay?

  • Zusätzliches Musterpasswort für Geldbörse

    Der User hat die Möglichkeit ein zusätzliches Musterpasswort für die WeChat-Geldbörse festzulegen.

  • Musterpasswort zur Zahlungsautorisierung

    Um eine Zahlung auf WeChat Pay zu autorisieren muss ein persönliches 6-stelliges Musterpasswort eingegeben werden.

  • Verlust des Smartphones

    Bei Verlust des Smartphones hat der User, wie bei Bankkarten die Möglichkeit, das WeChat-Konto einzufrieren.

  • Abfangen verdächtiger Transaktionen

    WeChat Pay vergleicht die Transaktionen des Users und stellt so eine Verhaltensanalyse auf. Der Anbieter erklärt: Auf diese Weise sollen verdächtige Transaktionen identifiziert und abgefangen werden.

  • Versicherung für Zahlungen

    WeChat-Zahlungen haben in China eine Versicherung. Falls also Zahlungen vorgenommen werden, die vom Verbraucher nicht autorisiert wurden, kann er den Betrag zurückfordern.

Aufgrund der Verhaltensanalyse ernten die Betreiber des Nachrichtendienstes häufig Kritik. Unter anderem Forscher des Citizen Lab der Universität Toronto kritisieren dieses Vorgehen von WeChat Pay. Die Betreiber würden die Daten aktiv zum Ausspähen der Nutzer verwenden und somit zur chinesischen Internetzensur beitragen.

Neben WeChat Pay und der chinesischen Kreditkarte China Union Pay ist die Online-Bezahlmethode Alipay der Alibaba Group auf dem Vormarsch. Die drei Tech-Giganten stehen in Konkurrenz zueinander. Derzeit ist Alipay der Marktführer in China, schreibt das Portal „paymentandbanking.com“.

 

Bildquelle: gettyimages

Silvia Koch

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