Digitales Bezahlen

Branchenbündnis „Deutschland zahlt digital“ wird zum Verein

Digitales Bezahlen gewinnt an Bedeutung – nun zieht „Deutschland zahlt digital“ nach einem Jahr Bilanz: Aus der von unter anderem Mastercard getragenen Initiative ist der Verein „Deutschland zahlt digital e.V.“ geworden.

Das Gründungsteam des Deutschland zahlt digital e.V. steht gemeinsam in einem modernen, hellen Umfeld und symbolisiert den Start des neuen Vereins für digitales Bezahlen.
Das Gründungsteam des Deutschland zahlt digital e.V. steht gemeinsam in einem modernen, hellen Umfeld und symbolisiert den Start des neuen Vereins für digitales Bezahlen. © Mastercard

Ein Jahr nach dem Start der Initiative „Deutschland zahlt digital“ zieht die Finanzbranche Bilanz – und stellt die Weichen für die Zukunft: Aus dem im März 2025 gestarteten Projekt ist ein eingetragener Verein geworden. Unter dem Namen „Deutschland zahlt digital e.V.“ soll das Engagement nun dauerhaft und organisatorisch klar aufgestellt weiterlaufen.

Vom Projekt zum Verein

Hinter dem neuen Verein stehen führende Unternehmen der Finanzwirtschaft. Ihr gemeinsames Ziel: digitale Bezahlmöglichkeiten in Deutschland flächendeckend etablieren und gleichzeitig sicherstellen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Wahl ihrer Zahlungsmethode möglichst frei entscheiden können – ob Karte, Smartphone, Smartwatch oder weiterhin Bargeld.

Neben der praktischen Unterstützung von Händlern will der Verein auch zur gesellschaftlichen Debatte rund ums Bezahlen beitragen. Geplant sind verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und der Dialog mit Politik, Zivilgesellschaft und Medien, um Themen wie Akzeptanzstellen, Bezahlsicherheit und Wahlfreiheit breiter zu diskutieren.

Kostenloser Einstieg für kleine Betriebe

Kernstück der Initiative bleibt ein Angebot, das sich gezielt an kleine Gewerbetreibende, Freiberufler und Vereine richtet, die bislang noch kein digitales Bezahlen ermöglichen. Sie können weiterhin einen kostenfreien Einstieg nutzen:

  • Für zwölf Monate werden die Kosten für das Zahlungsterminal übernommen.
  • Installation und die über das Terminal abgewickelten Transaktionen sind in diesem Zeitraum kostenlos – bis zu einem digitalen Zahlungsumsatz von 50.000 Euro.
  • Das Programm gilt für bis zu fünf Verkaufsstellen pro Partner, sofern dort in den vergangenen zwölf Monaten keine digitalen Zahlverfahren eingesetzt wurden.

Gerade kleinere Betriebe schrecken häufig vor digitalen Kassenlösungen zurück – aus Sorge vor hohen Gebühren, technischem Aufwand oder unübersichtlichen Verträgen. Das Angebot der Initiative soll diese Hürden bewusst niedrig halten und den Umstieg möglichst unkompliziert machen. Nach einem Jahr können die Teilnehmer auf Basis ihrer eigenen Erfahrungen entscheiden, ob und in welchem Umfang sie das digitale Bezahlen weiterführen wollen.

Hohe Nachfrage nach digitalen Bezahloptionen

Die Initiative verweist auf mehrere Studien, die den Veränderungsdruck im Handel verdeutlichen:

  • 98 Prozent der Menschen in Deutschland zahlen laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom zumindest gelegentlich digital.
  • 40 Prozent der Befragten würden ein Geschäft verlassen, wenn dort keine digitale Zahlungsoption angeboten wird.
  • Laut Mastercard Payment Pulse empfinden 91 Prozent Kartenzahlung inzwischen als selbstverständlichen Bestandteil des Service.
  • Der Visa Payment Monitor kommt zu dem Ergebnis, dass sich 71 Prozent der Menschen wünschen, überall digital zahlen zu können.

Die Zahlen zeigen: Gerade kleinere Betriebe riskieren, Kundschaft zu verlieren, wenn sie ausschließlich auf Bargeld setzen.

Neuer Verein, praktische Wirkung

Mit der Vereinsgründung von „Deutschland zahlt digital e.V.“ vollzieht die Initiative nach einem Jahr den aus Sicht von Vorstandschef Marcus W. Mosen konsequenten Schritt hin zu einer dauerhaft handlungsfähigen Struktur: Klare Regeln, gebündelte Ressourcen und die Öffnung für weitere Partner sollen helfen, digitales Bezahlen in Deutschland flächendeckend auszubauen und den Standort zu stärken.

Wie das im Alltag aussieht, zeigt die „Crêperie Suzette“ in Berlin-Prenzlauer Berg: Inhaber Vincent Lavigne, der aus Frankreich allgegenwärtige Kartenzahlung kennt, nutzte das Angebot der Initiative und berichtet von einer unkomplizierten Umstellung, schnelleren Bezahlprozessen und häufig höherem Trinkgeld bei digitaler Zahlung. Für „Deutschland zahlt digital“ belegen solche Beispiele, dass niedrigschwellige Lösungen kleinen Betrieben konkret nutzen und bei Kundinnen und Kunden gut ankommen.

So funktioniert „Deutschland zahlt digital e.V.“

Der im April 2026 gegründete Verein versteht sich als Nachfolge-Struktur der ursprünglichen Brancheninitiative. Im Fokus steht weiterhin:

  • die Schließung von Akzeptanzlücken beim digitalen Bezahlen in ganz Deutschland,
  • der kostenfreie Einstieg speziell für kleinere Betriebe,
  • die Stärkung echter Wahlfreiheit beim Bezahlen – nicht gegen, sondern neben dem Bargeld.

Der Verein ist ausdrücklich offen für zusätzliche Partner aus der Finanzwirtschaft und angrenzenden Bereichen, die sich am Ausbau des digitalen Zahlungsverkehrs beteiligen möchten. Unter der Adresse www.deutschland-zahlt-digital.de gibt es weitere Infos.

Jessica Krause

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