EPI braucht Unterstützung der Banken

European Payment Initiative wankt: Finanzielle Unterstützung von Spanien und Holland ungewiss

Bedenken hinsichtlich der Finanzierung der European Payment Initiative wachsen. Bleiben die finanziellen Lasten an den deutschen und französischen Banken hängen?

EPI braucht Unterstützung der Banken
EPI braucht Unterstützung der Banken

Medienberichten zufolge zweifeln sowohl die spanischen als auch die niederländischen Banken an den Erfolgschancen der European Payment Initiative (EPI). Das Vorhaben soll die Vormacht der US-Kartenriesen Mastercard und Visa mit einer europäischen Zahlkarten-Alternative durchbrechen.

Wachsende Bedenken bezüglich der Finanzierung von EPI

Die Bedenken hinsichtlich des Fundings der European Payments Initiative wachsen. So erklärt ein Insider: „Die Story für die Stakeholder ist noch nicht stark genug. Die Verantwortlichen bei EPI haben sich bislang vor allem um inhaltliche Fragen gekümmert – aber viel zu wenig darum, ihre potenziellen Investoren zu überzeugen. Stattdessen herrschte irrtümlich der Glauben, die Banken zögen ohnehin mit.“ 

Die Institute rechnen mit einem Investitionsbedarf von knapp 1,5 Milliarden Euro. Der Deutsche Sparkassen-Verband hat bereits beschlossen, sich mit 148 Milliarden Euro an der Finanzierung des künftigen europäischen Payment-Schemes zu beteiligen. Damit würden die Sparkassen auf einen Anteil von 10 Prozent an dem EPI-Projekt kommen.

Bedenken hinsichtlich der Erfolgschancen sowie dem Mehrwert einer europäischen Lösung für den elektronischen Zahlungsverkehr soll es dagegen bei den niederländischen und spanischen Banken geben, die rund ein Drittel der Förderer ausmachen. Grund dafür sei laut einem aktuellen Bericht von „Finanz-Szene“, dass es in den beiden Ländern kein klassisches nationales Debit-Scheme gibt im Gegensatz zu Deutschland. Ein weiterer Auslöser der Zweifel am paneuropäischen Payment-Scheme ist, dass es sowohl in den Niederlanden als auch in Spanien bereits etablierte einheimische Online-Payment-Dienste gibt. Das Aufsetzen einer europäischen Girocard mit E-Commerce-Fähigkeit könnte damit in Konkurrenz zu den nationalen Bezahllösungen stehen. 

Im Falle, dass die Niederländer und Spanier EPI nicht unterstützen wollen, läge die komplette finanzielle Last bei den deutschen und französischen Banken. Falls diese wiederum nicht bereit sind, die gesamten Kosten zu tragen, könnte es zum Scheitern der Initiative kommen.

Dennoch besteht die Hoffnung, dass die deutschen und französischen Banken einen Großteil der Finanzierung übernehmen und von den Stakeholdern aus den anderen Ländern zumindest eine klare Zusage kommt. Auf der anderen Seite besteht auch immer noch die Hoffnung, die Europäische Union als Förderer für EPI zu gewinnen. 

Über die European Payments Initiative

Die European Payment Initiative wurde im Juli 2020 gegründet. Geplant ist es, ein europaweites Zahlungssystem zu entwickeln, das in die direkte Konkurrenz zu den großen US-amerikanischen Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard treten soll. Bis dato haben sich 31 Banken aus sieben verschiedenen Ländern der Initiative angeschlossen. Aus Deutschland sind bereits die ING, Commerzbank, Deutsche Bank, Sparkasse und die DZ Bank dabei. Zudem sind europäische Größen wie die UniCredit, Santander oder die Société Générale vertreten sowie die Zahlungsdienstleister Worldline und Nets. Ziel von EPI ist es, ein digitales, innovatives Standardzahlungsmittel für ganz Europa zu schaffen und im europäischen Kartengeschäft eine treibende Kraft zu werden. Dafür ist allerdings die finanzielle Unterstützung der Banken notwendig.

Laetitia Schäfer

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