Schufa Risiko- und Kredit-Kompass

„Buy Now, Pay Later“ verzeichnet starkes Wachstum in Deutschland

Die Nutzung von „Buy now, pay later“ (BNPL) hat in Deutschland vor allem bei jüngeren Verbrauchern stark zugenommen, einhergehend mit einer Zunahme von Kleinkrediten. Die Schufa warnt jedoch vor den Risiken verspäteter Zahlungen.

Starkes Wachstum von „Buy Now, Pay Later“ in Deutschland
Starkes Wachstum von „Buy Now, Pay Later“ in Deutschland © Imago/Zoonar

Insgesamt ist die Zahl der Ratenkreditverträge in Deutschland im Jahr 2022 deutlich angestiegen, wobei die durchschnittliche Kredithöhe bei Kleinkrediten gesunken ist, während größere Kreditbeträge zugenommen haben.

Zunahme von „Buy now, pay later“ (BNPL) vor allem bei jungen Konsumenten in Deutschland

Die Zahlungsmethode „Buy now, pay later“ (BNPL) verzeichnet in Deutschland ein starkes Wachstum, insbesondere bei jungen Verbrauchern. Die Schufa meldet einen Anstieg der BNPL-Nutzung um 30 Prozent innerhalb eines Jahres. Die Anzahl der laufenden Kleinkredite unter 1.000 Euro bis Ende Dezember 2022 ist vor allem in den Altersgruppen der 20- bis 39-Jährigen mit Zuwächsen von über 50 Prozent deutlich gestiegen. Bei den 20- bis 24-Jährigen war das Wachstum mit 58,5 Prozent besonders hoch.

Schufa warnt vor Risiken bei BNPL-Angeboten: Kleinkredite unter 200 Euro ohne Bonitätsprüfung im Fokus

Die Auskunftei warnt jedoch vor den Risiken, die mit verspäteten Zahlungen verbunden sind: „Buy Now Pay Later“-Angebote umfassen häufig Kleinkredite unter 200 Euro, die bislang meist ohne Bonitätsprüfung vergeben und damit auch nicht von der Schufa erfasst werden. Daher ist davon auszugehen, dass unsere Zahlen nur die Spitze des Eisberges wiedergeben“, warnt Ole Schröder, Vorstandsmitglied der Schufa Holding AG. „Auch die Rückzahlung von vielen kleinen Krediten kann schnell zu finanzieller Überlastung führen. Die Nutzung von BNPL-Angeboten erfordert also von Verbraucherinnen und Verbrauchern ein gewisses Maß an Finanzkompetenz und Zahlungsdisziplin und von den Anbietern eine verantwortungsvolle Kreditvergabe“, ergänzt Ole Schröder. Denn vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten finden es viele Käufer attraktiv, ihre Einkäufe bis zum nächsten Gehaltseingang aufzuschieben sowie innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder in Raten abzuzahlen. BNPL-Anbieter wie Klarna und Ratepay bieten Finanzierungsmöglichkeiten ohne zusätzliche Gebühren an.

Neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie sieht stärkeren Schutz vor Überschuldung im Bereich der BNPL und der Kleinkredite vor

Die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie hat zum Ziel, künftig auch für BNPL-Produkte, Null-Prozent-Finanzierungen und Kredite unter 200 Euro eine verpflichtende Bonitätsprüfung einzuführen. Die Schufa begrüßt diese Maßnahme: Die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie schließt eine Lücke im Bereich der Kleinkredite und trage dazu bei, Verbraucher effektiver vor Überschuldung zu schützen, betont Ole Schröder.

9,1 Millionen Ratenkreditverträge: Rückzahlungsverhalten insgesamt gut

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ratenkreditverträge ist in Deutschland im vergangenen Jahr 2022 deutlich gestiegen. Die Schufa meldete mehr als 9,1 Millionen Verträge, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2021 mit sieben Millionen Verträgen. Zwar wird ein Großteil dieser Kredite vertragsgemäß zurückgezahlt (laut Schufa 97,9 Prozent), doch das steigende Preisniveau macht es den Verbrauchern zunehmend schwerer, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. „Bei vielen Menschen sind die finanziellen Rücklagen mittlerweile aufgebraucht. Insbesondere bei den Geringverdienern ist die Lage angespannt“, erläutert Ole Schröder.

Kleinkredite im Trend: Durchschnittliche Kredithöhe auf 356 Euro gesunken

Der Trend geht hin zu kleinen Krediten: Von den 9,1 Millionen Neuverträgen im vergangenen Jahr entfielen 3,8 Millionen auf Beträge unter 1.000 Euro. Das sind 42 Prozent der Neuverträge in Deutschland. Ein erheblicher Teil dieser Entwicklung ist auf die zunehmende Beliebtheit von "Buy Now, Pay Later"-Optionen zurückzuführen, die von Zahlungsdienstleistern im E-Commerce angeboten werden. Verbraucher liehen sich durchschnittlich 356 Euro, im Vorjahr waren es noch 398 Euro, wie aus dem kürzlich veröffentlichten „Risiko- und Kredit-Kompass“ der Schufa hervorgeht.

Anstieg der neu aufgenommenen Kredite über 1.000 Euro

Neben der deutlichen Zunahme der Kleinkredite ist im Jahr 2022 erstmals seit zwei Jahren auch wieder ein Anstieg der neu aufgenommenen Kredite über 1.000 Euro zu verzeichnen. Diese Zahl stieg von 5 Millionen auf 5,3 Millionen. Während die Kredithöhe bei den Kleinkrediten gesunken ist (von 398 auf 356 Euro), zeigt sich bei den größeren Krediten ab 1.000 Euro ein gegenläufiger Trend: Die durchschnittliche Höhe der ausstehenden Ratenkredite ab 1.000 Euro beträgt zum 31.12.2022 17.630 Euro, gegenüber 17.086 Euro im Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg bei den höheren Kreditsummen dürfte mit den allgemeinen Preissteigerungen zusammenhängen.

Laetitia Schäfer

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