Banken bauen Automaten ab

Geldautomaten: Cash-Group-Kunden stehen weniger zur Verfügung

In den letzten Jahren hat die Cash Group, ein Zusammenschluss der großen deutschen Privatbanken, die Anzahl der Geldautomaten um ein Viertel verringert. Von anfangs 9.000 Automaten stehen Kunden in Deutschland nur noch 7.000 Stück zur Verfügung, an denen kostenlos Geld abgehoben werden kann.

Großbanken reduzieren Anzahl der Bankautomaten
Großbanken reduzieren Anzahl der Bankautomaten © Getty Images/Longhua Liao

Kunden der Cash Group stehen aktuell nur noch 7.000 Automaten zum kostenlosen Bargeld abheben in Deutschland zur Verfügung. Anfangs warben die Banken mit einer Zahl von 9.000 Standorten. Die Banken bauten in den letzten Jahren Geräte sukzessive ab.

Cash Group lässt Automatennetzwerk auf 7.000 schrumpfen

Laut aktuellen Informationen der Cash Group, dazu gehören die Deutsche Bank, die Hypo-Vereinsbank, die Postbank und die Commerzbank, ist das Automatennetz, an dem Kunden dieser Banken kostenlos Bargeld abheben können, von einst 9.000 auf 7.000 Automaten reduziert worden. Dies geht aus veränderten Formulierungen seit Anfang April 2022 auf den eigenen Internetseiten der Banken sowie aus der der Cash Group selbst hervor.

Die Deutsche Bank informiert ihre Kunden beispielsweise auf ihrer Internetseite: „Unsere Automaten sind Teil der ‘Cash Group’, die mit ihren Partnerbanken und Shell-Tankstellen auf fast 7.000 Geldautomatenstandorte kommt.” Bis Ende März lautete es noch 9.000 Standorte. Bei der Cash Group heißt es: Kunden stünden „rund 7.000 inländische Geldautomaten der Cash Group Banken, inklusive dem Bargeldbezug an den Kassen von rund 1.300 Shell-Tankstellen, kostenlos zur Verfügung.“

Ein Sprecher der Postbank begründet die Reduktion, dass sich mit der fortschreitenden Digitalisierung das Verhalten der Kunden ändert. Immer mehr Menschen nutzen in den letzten Jahren ihr Smartphone oder eine Giro- oder Kreditkarte zum Bezahlen an der Ladenkasse.

Kunden haben weniger Auswahl bei der Suche nach kostenlosem Bargeld

Konkret bedeutet das für Kunden der vier Großbanken, dass der Abbau ein Einschnitt in den Service ist. Es stehen nun weniger Geldautomaten zur Verfügung und Konsumenten haben weniger die Wahl, wo sie Geld abheben. So kann es dazu sein, dass der nächstgelegene Bankautomat kein kostenloses Abheben ermöglicht und der Kunde Gebühren bezahlen muss. Allerdings besteht die Möglichkeit an der Supermarktkasse nach dem Einkauf Bargeld zu bekommen. In der Regel ist dies kostenlos, es könnte jedoch ein bestimmter Mindestbetrag aufgerufen werden.

Folgende Supermärkte bieten Bargeldauszahlungen an:

  • Edeka: ab einem Einkauf von 20 Euro, nicht alle Filialen
  • Aldi Süd: ab einem Einkauf von 5 Euro, auch Debit- oder Kreditkarte von Mastercard möglich
  • Lidl: ab einem Einkauf von 5 Euro
  • Rewe: ab einem Einkauf von 10 Euro
  • Kaufland: ab einem Einkauf von 10 Euro
  • Netto: ab einem Einkauf von 10 Euro
  • Penny: ab einem Einkauf von 10 Euro
  • Marktkauf: ab einem Einkauf von 20 Euro, nicht alle Filialen
  • Norma: ab einem Einkauf von 10 Euro

Bei allen Ladenkassen lässt sich Geld mit der Girokarte abheben und ist limitiert auf 200 Euro. Zudem bieten Rossmann, dm, Müller, Toom und Shell-Tankstellen den Service beim Einkauf Bargeld zu erhalten an.

Abbau von Geldautomaten gegen den Trend

Laut Statistiken der Bundesbank steigt die Anzahl an Geldautomaten in Deutschland immer noch an. Daher verwundert der Abbau von Automaten der Cash Group. Denn wie aus den Informationen heraus geht, ist die Anzahl an Standorten, an dem Kunden an Shell-Tankstellen kostenlos Geld abheben können an der Kasse bei 1.300 geblieben. Somit beläuft sich die Reduktion von 9.000 auf 7.000 ausschließlich auf die Anzahl der Geldautomaten an Bankstandorten. Faktisch sind es von ehemals rund 7.700 Geldautomaten jetzt nur noch 5.700 Geräte.

Hierbei handelt es sich nicht um eine plötzliche Demontierung der Automaten, sondern um einen allmählichen Abbau seit Mitte des Jahres 2010. Allerdings haben die Banken dies nicht dokumentiert. Nun sei aber die Diskrepanz zwischen den Zahlen so hoch geworden, dass Kunden über die veränderte Anzahl in Kenntnis gesetzt wurden.

De Facto geht der größte Teil des Rückgangs mit der Schließung von Bankfilialen einher. Die Deutsche Bank und die Postbank haben in den vergangenen Jahren insgesamt 300 Standorte geschlossen beziehungsweise sind aktuell dabei. Die Commerzbank reduzierte die Anzahl der Filialen um 550 Standorte und die HVB machte 300 Stellen dicht. In der Summe sind dies 1.150. An einigen Standorten stehen aber noch weiterhin Geldautomaten. Dazu kommt, dass 2018 die OLB (Oldenburgische Landesbank) mit gut 100 Standorten aus der Cash Group ausschied.

Wie also erklärt sich aber der Trend der Bundesbank, dass die Anzahl an Geldautomaten in Deutschland seit 2010 steigt? Ende 2010 zählte die Bundesbank 56.000 Geräte, Ende 2020 waren es dann 61.000. Finanz-Szene.de geht entweder davon aus, die Zahlen der Bundesbank weisen Ungenauigkeiten auf, oder es hänge damit zusammen, dass die Zahl mit dem „Aufbau von Automaten durch unabhängige Betreiber in stark frequentierten Innenstadt-Zonen“ gestiegen ist.

Felicitas Schäfer

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