Kontoführung und Kreditkarten

Deutsche Banken erhöhen Gebühren

Aufgrund des aktuellen Zinstiefs der Europäischen Zentralbank erhöhen Banken ihre Gebühren für Kontoführung, Kreditkarten und andere Dienstleistungen.

Die Gebühren für Kontoführung und Kreditkarten steigen. © iStock.
• Besonders häufig kommt es zu Preiserhöhungen bei Girokonten, Überweisungen und Kreditkarten.
• Die Preiserhöhung ist eine Folge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.
• Das Verbraucherschutzministerium warnt sogar vor „mehr oder weniger versteckten Kostenfallen“.

Die Meldung hat viele Bankkunden in den letzten Wochen und Monaten erreicht: Deutsche Banken erhöhen zurzeit im großen Stil ihre Gebühren. Egal ob Grundgebühr für das Girokonto, Jahresgebühr für die Kreditkarte oder Gebühren für Überweisungen: Die Preise steigen. Auch für bisher kostenlose Dienstleistungen, wie das Ausdrucken von Kontoauszügen, fordern einige Kreditinstitute inzwischen Geld.

Besonders beliebt ist jedoch die Erhöhung der Gebühr für die Kreditkarte. Rund ein Drittel der durch das Vergleichsportal der Finanzberatung-FMH erfassten Banken, hat seine Preise diesbezüglich angehoben. Zu den prominenten Banken gehören dabei unter anderem die Hypo-Vereinsbank und Targobank. Die Gebühr für Kreditkarten zu erhöhen ist ein cleverer Trick, da Zahlungen die nur einmal im Jahr zu leisten sind deutlich weniger auffallen als beispielsweise monatliche Gebühren für das Girokonto.

Nichtsdestotrotz haben einige Banken ebenfalls die Grundgebühr für Girokonten angehoben. Im Fall der Hypo-Vereinsbank bezahlen Kunden für das bisher kostenlose Aktiv-Konto und Plus-Konto zukünftig 2,90 Euro und 7,90 Euro. Auch der Preis für das Exklusiv-Konto der UniCredit-Tochter steigt von 7,90 Euro auf 14,90 Euro.

Gebühren: Niedrigzins wirkt sich negativ auf Einnahmequellen der Banken aus

„Irgendwo müssen die Banken ihr Geld verdienen“, so Horst Kessel. Als Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbandes, ist die Gebührenerhöhung für ihn eine logische Konsequenz der aktuellen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Eine Rechnung zeigt, wie es momentan um die Einnahmen aus Kundeneinlagen der Banken steht: Bis vor anderthalb Jahren, als der Zinssatz auf Einlagen für Girokonten bei rund einem Prozent lag, verdienten Banken an einem Kunden, der im Durchschnitt 2000 Euro Guthaben auf seinem Girokonto hatte, 20 Euro im Jahr. Diese Einnahmequelle ist mit dem aktuellen Niedrigzins jedoch komplett weggefallen. Da nicht zu erwarten ist, dass sich die Zinsen in den kommenden Jahren deutlich erhöhen, müssen die Banken folglich andere Einnahmequellen suchen.

Sommerzeit ist Urlaubszeit

Dass sich die Preiserhöhungen gerade jetzt häufen hat zwei wesentliche Gründe. Zum einen tritt im September ein neues Gesetz in Kraft, welches Banken zu mehr Transparenz auffordert. Der Wechsel des Girokontos soll für Kunden zukünftig einfacher vonstatten gehen, weshalb Banken diese Zeit jetzt noch nutzen um Preise zu erhöhen. Zum anderen fahren viele im Sommer gerne in den Urlaub. Und wer hat schon Lust sich am Strand mit den neuen Preiserhöhungen auseinanderzusetzen?

Daniel Bogisch

100 Kreditkarten im Vergleich

Worauf legen Sie bei Kreditkarten Wert?

Verfeinerte Suche