Prepaid-Kreditkarten: Kreditkarte von der Tankstelle

Eine Kreditkarte von der Tankstelle ist im Vergleich zum Bezug einer „normalen“ Kreditkarte schnell gekauft. Ohne Prüfung der Schufa oder Bonität und ohne persönliche Daten angeben zu müssen, kann man solche Kreditkarten, wie jedes andere Produkt auch, im Tankstellen-Shop erwerben.

15.12.14

Dass Kreditkarten neuerdings auch an Tankstellen erhältlich sind, ist vor allem unter Jugendlichen bekannt. Nahezu alle Tankstellen bieten Prepaid-Kreditkarten an. Die Karten können wie alle anderen Produkte im Shop eingekauft werden, also ohne Antragstellung oder Wartezeiten. Aktiviert werden sie per SMS und sind dann sofort einsatzbereit. Was zunächst verlockend klingt, kann langfristig Kosten verursachen, denn Informationen bezüglich Konditionen, Leistungen etc. sucht man vergebens. Das Personal an der Tankstelle ist in der Regel nicht geschult und Informationen zur Kreditkarte im Internet zu finden ist umständlich.

Kreditkarten von der Tankstelle mit hoher Gebührenstruktur
Prepaid-Kreditkarten von der Tankstelle werden meistens von der Wirecard-Bank angeboten. Insbesondere die Wirecard 2GO Visa-Kreditkarte ist weit verbreitet. Folgendes gilt es bei diesem Angebot zu beachten:

• Maximales Aufladelimit beträgt 100 Euro:
Die Wirecard 2GO Visa ist nur bis zu einem Betrag von 100 Euro monatlich aufladbar. Geschuldet ist das geringe Limit dem Geldwäschegesetz. Reichen die 100 Euro nicht aus, so besteht die Möglichkeit das Limit zu erhöhen. Dazu muss sich der Karteninhaber jedoch über das PostIdent-Verfahren legitimieren, wie bei klassischen Kreditkarten anderer Banken auch.
• Der Kartenpreis beträgt einmalig 9,95 Euro.
• Die Jahresgebühr ab dem 2. Jahr liegt bei 9,99 Euro, also höher als bei manch anderer Prepaid-Kreditkarte.
• Aufladen lässt sich die Wirecard 2Go Visa per Überweisung oder Sofortüberweisung. Dafür muss man aber je einen Euro berappen. Alternativ lässt sich die Karte bar im Handel aufladen, wofür 4% Gebühren fällig werden. Die erste Kartenaufladung ist kostenlos. Andere Anbieter von Prepaid-Kreditkarten bieten mindestens eine Variante völlig kostenlos an.
• Die Gebühr für den Karteneinsatz außerhalb der Eurozone wird mit üblichen 1,5 Prozent des Umsatzes berechnet.
• Die Wirecard 2GO Visa ist mit keinem Girokonto verbunden. Die Kreditkarte dient lediglich als Zahlungsmittel. Entsprechend kann man mit solch einer Karte kein Bargeld beziehen.
• Kartengültigkeit: Die Wirecard 2GO ist zunächst für ein Jahr freigeschaltet. Wird die Kreditkarte in diesem Zeitraum aufgeladen, ist sie automatisch für weitere 4 Jahre gültig. Die Jahresgebühr fällt entsprechend an, wobei eine Kündigung jederzeit möglich ist.
• Nach 12 Monaten fällt eine Gebühr zur Verwaltung des Restguthabens in Höhe von 50 Cent pro Monat an, es sei denn, die Karte wird wieder aufgeladen. Das sich auf der Kreditkarte befindliche Guthaben lässt sich nicht am Geldautomaten abheben. Die Auszahlung per Überweisung kostet einen Euro.


Kreditkarte von der Tankstelle: Vor- und Nachteile der Wirecard 2GO Visa
Die Wirecard 2Go Visa Prepaid-Kreditkarte von der Tankstelle ist einfach und ohne jegliche Legitimation zu beziehen. Man kann die Karte sofort nach Freischaltung per SMS einsetzen und bleibt dabei völlig anonym. Dem Vorteil der Anonymität steht das geringe Aufladelimit in Höhe von maximal 100 Euro monatlich gegenüber. Um dieses Limit zu erhöhen, fällt die übliche Prozedur der Legitimation an.

Fazit:
Die Wirecard 2GO Visa Prepaid-Kreditkarte von der Tankstelle kann man kaufen, sie muss nicht beantragt werden. Das ist unkompliziert und geht schnell. Deshalb ist das Angebot für alle interessant, die sofort eine Kreditkarte benötigen. Weniger überzeugend ist die Gebührenstruktur der Wirecard 2GO Visa. Es gibt Kreditkarten ohne bzw. mit deutlich geringeren Gebühren. Für Kinder und Jugendliche ist z.B. die Wüstenrot Top Giro Visa Prepaid für junge Leute viel besser geeignet.

Autor: Alexander Kolb