Verbraucherschützer kritisieren Neo-Banken

Mangelnde Transparenz bei Smartphone-Banken

Die Beliebtheit von Smartphone-Banken in Deutschland wächst. Doch Verbraucherschützer merken nun Kritik mangels Transparenz der Kostenstruktur an. Experten fordern einen Eingriff der Finanzaufsicht.

Mobile Banking © NicoElNino/gettyimages
Mobile Banking © NicoElNino/gettyimages

Smartphone-Banken wie Bunq, Vivid, N26, Revolut oder Vivid Money sind Teil der größten deutschen aktiven Smartphone-Banken. Über die Kosten werden potenzielle Nutzer und aktive Kunden nicht ausreichend informiert, beklagen Verbraucherschützer und fordern die Finanzaufsicht auf einzuschreiten.

Unzufriedenstellendes Ergebnis der Verbraucherschützer

Nach dem Gesetz muss jede Bank eine Entgeltinformation für jedes Zahlungskontomodell zur Verfügung stellen. Diese liefert dem Kunden wichtige Informationen wie Kontogebühren, Kosten einer Kreditkarte oder Kosten für eine Abhebung im In- und Ausland. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat insgesamt zehn der deutschen Smartphone-Banken genauer unter die Lupe genommen, namentlich Bunq, Fidor, Insha, Monese, N26, o2Banking, OpenBank, Revolut, Tomorrow und Vivid Money. Das Fazit: Nicht alle Anbieter erfüllen die vorgeschriebenen Anforderungen in puncto Kostentransparenz für das Girokonto oder die Kreditkarte. Nur fünf von zehn Neo-Banken stellen eine detaillierte Entgeltinformation zur Verfügung. Dazu zählen Bunq, Fidor, N26, Openbank und Revolut. Das sind die Anbieter, die eine eigene Banklizenz besitzen. Manche Smartphone-Banken halten selbst keine Banklizenz, sondern kooperieren mit der Solarisbank, die alle regulatorischen Voraussetzungen für das Bankgeschäft erfüllt. Bei diesen untersuchten Banken ohne eigene Lizenz gestaltet sich die Transparenz schwierig. Drei verweisen in den allgemeinen Geschäftsbedingungen auf die kooperierende Hintergrundbank. Die verbleibenden zwei geben weder Auskunft über die Entgeltinformation noch wo diese zu finden wäre. Dabei handelt es sich nach Angaben des vzbv um o2Banking und Monese. Auf Nachfrage des Handelsblatts bei der Solarisbank hieß es, soweit sie Gebühren für die von ihr erbrachten Bankdienstleistungen einziehe, werden Kunden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben darüber informiert. Hinsichtlich möglicher weiterer Gebühren, die von Kooperationspartnern der Solarisbank erbracht werden, müssten die Partner Auskunft geben, so ein Solarisbank-Sprecher.

Verbraucherschützer sehen Finanzaufsicht in der Pflicht

„Die Finanzaufsicht muss sicherstellen, dass sich auch Neo-Banken an die gesetzlichen Vorgaben halten und der Verbraucher zu seinem Recht kommt“, fordert Claudio Zeitz, vzbv-Finanzmarktreferent. Sollte die Finanzaufsicht die Entgelt-Transparenz nicht durchsetzen können, muss der Gesetzgeber dafür die Voraussetzungen schaffen. Bis dato äußert sich die Bafin nicht zu konkreten Fällen, überwacht allerdings die Einhaltung der Pflichten der Zahlungsdienstleister nach dem Zahlungskontengesetzt. Sofern einer der Akteure gegen seine Pflichten verstoße, kann die Bafin grundsätzlich „Anordnungen treffen, die geeignet sind, um diese Verstöße zu unterbinden“, erklärte ein Sprecher der Finanzaufsichtsbehörde. Inwieweit dies auf Neo-Banken zutreffe, sei vom konkreten Einzelfall abhängig. Beispielsweise gehe es darum, ob es sich um einen Zahlungsdienstleister handele oder nur um eine technische Plattform.

Die Verbraucherzentrale untersuchte in diesem Zuge auch die Transparenz von 50 privaten Banken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Ebenfalls ergaben sich Mängel. Teilweise sind die Entgeltinformationen 14 Seiten lang gewesen und die Kontomodelle der Anbieter sehr komplex. Das Fazit der Verbraucherschützer: „Das Ziel einer einfachen Vergleichbarkeit der Kosten von Kontomodellen ist nicht erreicht.“

Felicitas Schäfer

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