Neue Funktion der Girocard

Sparkasse, Volksbank und Co.: Einbindung der Girocard ins Online-Bezahlen

Deutschlands Banken und Sparkassen streben derzeit ein einheitliches Online-Bezahlverfahren an. Mit der digitalen Girocard möchte die Kreditwirtschaft eine Alternative zu den bekannten Online-Bezahldiensten wie Paypal, Klarna und Co. anbieten.

Neue Funktion der Girocard
Neue Funktion der Girocard © GettyImages/Luis Alvarez

Die Nutzerzahlen der Konkurrenz sind bis jetzt allerdings noch deutlich höher.

Einheitliches Online-Bezahlverfahren geplant

Deutschlands Banken und Sparkassen streben die Online-Einbindung der Girocard an, um ein einheitliches Online-Bezahlverfahren zu schaffen. So soll eine Alternative zu den etablierten Bezahldiensten wie Paypal, Apple Pay und Co. entstehen. Gestartet hat das Projekt bereits letztes Jahr. Nun wird der nächste Schritt zur Vereinheitlichung eingeleitet: „Derzeit werden die vertraglichen und technischen Grundlagen für die Integration der digitalen Girocard geschaffen“, teilte die Deutsche Kreditwirtschaft gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) mit. „Die Einbindung der Girocard als weiterer Zugangsweg im Online-Bezahlverfahren Giropay soll in der zweiten Jahreshälfte starten“, heißt es weiter. Die Zusammenführung der Bezahlsysteme soll vor allem das Bezahlen auf einfachstem Wege sowie schnell Geld von Konto zu Konto zu überweisen ermöglichen - unabhängig davon, bei welcher Bank das Konto letztlich geführt wird.

Laut dem Zeitplan soll die digitale Girocard zuerst für Kunden der genossenschaftlichen Finanzgruppe verfügbar sein. Anschließend sollen auch Sparkassenkunden das Online-Bezahlverfahren nutzen. Der Abschluss der Integration der digitalen Girocard im Online-Handel werde dann „im zweiten Halbjahr 2022 erwartet“, erklärten die fünf in der Deutschen Kreditwirtschaft organisierten Bankenverbände.

Konkurrenz für Paypal und Co.?

An der Umsetzung beteiligt sei „nahezu die gesamte deutsche Kreditwirtschaft mit insgesamt rund 1.500 Banken und Sparkassen“. Bereits im März 2021 hatten die Verbände bekannt gegeben, ihre Online-Bezahlverfahren Paydirekt, Giropay und Kwitt zu verschmelzen unter der Marke Giropay.

Den Angaben zufolge zählt das neue Verfahren bislang etwa 7,5 Millionen Nutzer. Nach dem Startschuss letzten Jahres haben Giropay und Paydirekt zusammen um die zwei Prozent des deutschen Marktes für Online-Zahlungen abgedeckt. Das Potenzial, den Marktanteil auf bis zu 50 Prozent zu erweitern, besteht. Der US-Konkurrent Paypal zählt zum Vergleich nach eigenen Angaben über 29 Millionen aktive Kunden in Deutschland.

„Der Markt um die Bezahlverfahren ist hart umkämpft. Umso wichtiger ist es, - gerade auch mit Blick auf ein Stück nationaler Unabhängigkeit - dass wir als deutsche Kreditwirtschaft den Kunden ein zukunftsfähiges nationales Bezahlverfahren anbieten können", erklären die Branchenverbände.

Laetitia Schäfer

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