Gesetzentwurf für Sachbezüge

Vorschlag zur Änderung der Definition von Sachbezügen betrifft auch Kreditkarten

Das Bundesfinanzministerium präsentiert in einem neuen Gesetzentwurf eine geplante Änderung der Definition von Sachbezügen. Der Vorschlag betrifft auch vom Arbeitgeber gestellte Prepaid-Kreditkarten. Alle wichtigen Informationen finden Sie hier!

Gesetzentwurf für Sachbezüge
Gesetzentwurf für Sachbezüge (© gettyimages)

Das Bundesfinanzministerium präsentiert in einem neuen Gesetzentwurf eine abgeänderte Definition der bisher bekannten Sachbezüge. Durch diesen Ansatz soll der steuerfreie monatliche Zuschuss von 44 Euro der Vergangenheit angehören. Die Zusatzleistung soll demnach nicht mehr als sogenannter Sachbezug gewertet und in Folge dessen sozialpflichtig versteuert werden. Ausgenommen sind dabei Geschenkgutscheine, die weiter als solch einer gelten sollen.

Bisherige Bedeutung

Unter dem genannten Sachbezug wird bis heute eine steuerfreie Geldleistung verstanden. Diese wird dem Arbeitnehmer bislang optional vom Arbeitgeber monatlich zu Verfügung gestellt. Die Höhe darf dabei 44 Euro nicht überschreiten. Festgelegt ist diese Regelung im Paragraf 8 des Einkommenssteuergesetztes. In diesem wird die Steuerfreiheit für Sachleistungen angegeben, die jedoch nicht genauer definiert werden. Die Auszahlung der Zusatzleistung erfolgt nicht mit der Überweisung des eigentlichen Gehalts, sondern wird beispielsweise in Form von Restaurant- und Tankgutscheinen oder anteiliger Zahlung von Fitnessstudio-Abos entrichtet. Eine weitere Möglichkeit bietet die Anlage des Betrags auf eine vom Unternehmen gestellte Prepaid-Kreditkarte. Bis zu 10.000 Euro kann der Arbeitgeber auf die Karte überweisen. Der Begünstigte erhält bei dieser Variante die freie Auswahl für den Einkauf in stationären Geschäften oder Online-Shops. 

Gefahr für Prepaidkarten-Anbieter

Bekannte Dienstleistungsunternehmen in diesem Bereich sind givve, Sodexo und Spendit. Die Finanzunternehmen nutzen die Lücke der ungenauen Definition für Sachleistungen im Gesetz und bieten derartige Prepaid-Kreditkarten für interessierte Unternehmen an. Die Karten werden in Kooperation mit dem Zahlungskartenanbieter MasterCard ausgegeben und von den Start-Ups selbst als Sachleistung bezeichnet.Ihr Unternehmenszweck beruht daher auf der Verwaltung steuerfreier Gehaltsextras mit dem Ziel die Mitarbeiterbindung zu verstärken.
Bei einem wirksamen Beschluss des neuen Gesetzentwurfs wird die Prepaid-Kreditkarte nicht mehr als Sachbezug angesehen. Für Arbeitgeber verliert sie damit den Nutzen und die Attraktivität in Bezug auf das eigene Unternehmen. Laut dem Givve-Gründer Patrick Löffler sind mittlerweile 360.000 Karten in 15.000 Unternehmen im Umlauf. Eine Abänderung der Sachbezug-Definition stellt in Folge dessen eine große betriebliche Gefahr für ihn und gleichartige Anbieter dar. 

Nachteil für Arbeitnehmer

Von der geplanten Veränderung sind allerdings nicht nur die Kreditkartenanbieter betroffen. Auch die geschätzte Anzahl von über sechs Millionen Arbeitnehmer in Deutschland zieht einen nennenswerten Nachteil aus dem Entwurf des Finanzministeriums. Schließlich verringert sich die zusätzliche Geldleistung bei einer Versteuerung nicht ungemein. Außerdem verlieren die Beschäftigten durch die folglich logische Alternative der weiterhin steuerfreien Geschenkgutscheine die freie Wahl für ihre Verwendung. Um eine Einsatzvielfalt zu bewahren wären die Arbeitgeber im Zuge dessen dazu angehalten, eine größtmögliche Auswahl an Gutscheinen bereit zu stellen.

Um den endgültigen Beschluss zu verhindern finden Gespräche zwischen den zuständigen Verbänden, Politikern und einem Zusammenschluss der betroffenen Anbieter-Unternehmen statt.

Sabrina Savelkouls

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