Otto gibt seinen Bezahldienst auf

Yapital wird eingestellt

Vier Jahre lang wartete Otto auf die Mobile-Payment-Revolution, die bis jetzt ausblieb. Nun zieht das Unternehmen die Konsequenzen.

Ab Ende Januar 2016 kann nicht mehr mit Yapital bezahlt werden. Bild © 2015 Otto Group
• Yapital wird nach vier Jahren eingestellt
• Auf der Händlerseite war der Bezahldienst erfolgreich, doch die Endkunden blieben aus
• Der Hamburger Standort muss geschlossen werden

In der Pressemeldung heißt es, dass die Otto Group ihre Konsequenzen aus dem wettbewerbsintensiven Mobile-Payment-Bereich ziehe. Obwohl der Zuspruch des Stationär- und Onlinehandels groß gewesen sei und auch das Fachpublikum den Bezahldienst Yapital positiv gesehen habe, seien Verbrauchergewohnheiten nur langsam zu ändern. Der Bezahldienst wurde schlichtweg von zu wenigen Endkunden benutzt.

Yapital: Ein ambitionierter Kämpfer

Vier Jahre lang schlug sich Yapital durch das zähe Mobile-Payment-Geschäft in Deutschland. Der Dienst sollte flächendeckend zum Bezahlen im Onlinehandel, aber auch im stationären Geschäft mithilfe von QR-Codes, die vom Smartphone aus eingescannt werden, zum Einsatz kommen. Nach eigenen Angaben des Hamburger Unternehmens zähle Yapital jedoch nur 100.000 Endkunden und 2.500 Händler, die die Bezahl-Plattform anbieten. Für eine lukrative Entwicklung sei das zu wenig.

Die Option Yapital durch einen Verkauf, zum Beispiel an die Sparkassen, zu retten, scheiterte. „Wir waren bis zuletzt optimistisch, aber leider hat es letzlich nicht gepasst“, so der CEO Yapital Financial AG Marc Berg. Die Gewinnung von neuen Kunden durch umfangreiche Marketingkampagnen sei betriebswirtschaftlich nicht umzusetzen gewesen, so die Pressemitteilung weiter.

Bis Ende Januar 2016 werden die Nutzer- und Händlerkonten von Yapital gekündigt. Der Hamburger Standort wird vollständig aufgelöst. Der Standort in Luxemburg soll lediglich verkleinert werden. Dort plant die Otto Gruppe Projekte von Yapital im Bereich E-Geld weiter laufen zu lassen. Ob es für die betroffenen Arbeitnehmerinnen Anschlussbeschäftigungen bei Otto geben wird, ist derzeit noch nicht klar.

Urszula Hulboj

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