Sparkassen auf Sparkurs

Keine kostenlosen Girokonten bei der Sparkasse mehr

Das kostenlose Girokonto soll abgeschafft werden. Welche Alternativen gibt es?

Sparkassen planen kostenlose Girokonten abzuschaffen. © iStock
• Sogar für Azubis und Studierende werden Girokonten bald kostenpflichtig
• Schuld sei die EZB
• Sparkassen wollen auch durch Stellenabbau sparen

Kostenlose Girokonten gehören bald der Vergangenheit an – zumindest bei den Sparkassen in Deutschland. Kunden müssen sich auf neue Gebühren einstellen. „Die Zeit von weiten Angeboten kostenloser Kontoführung ist aus meiner Sicht vorbei", so Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes DSGV.

Keine kostenlosen Girokonten mehr

Grund für die Einführung neuer Gebühren sei die falsche Zinspolitik der Europäischen Zentralbank EZB, erklärte Fahrenschon weiter. Kostenlose Girokonten seien durch die Veränderungen nicht mehr tragbar. Die EZB hatte vergangenen Donnerstag den Leitzins für die Eurozone auf null Prozent gesenkt. Dies zwinge die Marktteilnehmer dazu, neue Ertragsquellen zu erschließen – das beinhalte auch die Bepreisung für Leistungen, die vorher kostenlos waren. Laut Fahrenschon seien Quersubventionen durch Überschüsse aus anderen Gebieten weiterhin nicht mehr möglich. Die Zinseinnahmen durch gewerbliche und private Kredite würden nicht mehr reichen, um solche Kosten zu decken.

Insgesamt laufen weit über 47 Millionen Girokonten über die Sparkassen in Deutschland. Für einige Kontoversionen werden bereits jetzt schon Gebühren erhoben. Davon waren bestimmte Gruppen jedoch bisher ausgeschlossen, zum Beispiel Jugendliche, Auszubildende und Studierende. Auch Konten, die beispielsweise ausschließlich online verwaltet werden, waren kostenfrei. Selbst diese gruppenspezifische Erleichterung kann die Sparkasse nicht aufrecht erhalten. Das kostenlose Girokonto wird also bald passé sein.

Irritierend an Fahrenschons Aussagen zum Ende des kostenlosen Girokontos ist der sehr gute wirtschaftliche Abschluss der Sparkassen aus dem vergangenen Jahr. Der Gewinn lag nämlich bei zwei Milliarden Euro. Dieses Ergebnis werde sich jedoch aufgrund der neuen Zinsregelung der EZB in den nächsten Jahren nicht mehr wiederholen lassen. Neben neuen Gebühren möchten die Sparkassen zudem auslaufende Stellen nicht erneut besetzen, um Personalkosten einzusparen. Der Stellenabbau soll sozialverträglich ablaufen.

Interessieren Sie sich für ein Konto, das dauerhaft gebührenfrei ist? Hier finden Sie eine Übersicht zu Kreditkarten mit kostenlosem Girokonto. Urszula Hulboj

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