Teure Brexit-Folge

Kreditkarten-Gebühren steigen für Briten kräftig, wenn sie in der EU einkaufen

Aufgrund des Brexits verlangt Mastercard fünffach höhere Gebühren, sobald Briten in der EU mittels Debit- oder Kreditkarte bezahlen. Dies löst bei Abgeordneten Besorgnis über höhere Verbraucherpreise aus.

Mastercard Logo © Mastercard
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Mastercard hebt die Interchange-Gebühren um mehr als das fünffache für Einkäufe mit einer Debit- oder Kreditkarte von UK-Bürgern in der EU an. Der Anstieg basiert auf der Vereinbarung für Transaktionen aus allen Nicht-EU-Gebieten zwischen Mastercard und der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2019.

Anstieg der Interchange-Gebühren für UK-Bürger in der EU

Mastercard und Visa erheben im Auftrag der Banken eine "Interchange"-Gebühr für jede Debit- oder Kreditkartenzahlung, die über ihre Netzwerke abgewickelt werden. Die EU führte 2015 eine Obergrenze ein, nachdem Bedenken aufkamen, dass die versteckten Gebühren zu hunderten von Millionen Euro an Kosten für Unternehmen und höheren Preisen für Verbraucher führen würden. Allerdings teilte Mastercard mit, dass die Obergrenze für Transaktionen mit Debit- oder Kreditkarte nach dem Brexit nicht mehr gilt. Zahlungen zwischen Großbritannien und dem Europäischen Wirtschaftsraum gelten nun als „interregional“. Ab dem 15. Oktober 2021 werden die Gebühren für Kreditkartenzahlung von 0,3 Prozent auf 1,5 Prozent angehoben. Für Debitkartenzahlung steigt die Gebühr von 0,2 Prozent auf 1,15 Prozent. Dieser Schritt betrifft auch Dienstleistungen, die von Unternehmen mit Sitz in der EU angeboten werden und von denen Verbraucher möglicherweise nicht wissen, dass es sich um internationale Transaktionen handelt. Callum Godwin, Chefökonom bei CMSPI, der Beratungsfirma für globalen Zahlungsverkehr, sagte, dass Branchen wie Fluggesellschaften, Hotels, Autovermietungen und Reisekonzerne von dem Schritt betroffen sein werden – „überall dort, wo der Verbraucher in Großbritannien und der Händler in der EU ansässig ist.“ Zu Lasten fallen wird dies den Kunden, denn meist werden die erhöhten Gebühren auf die Preise für Produkte und Dienstleistungen umgeschlagen, so dass am Ende die Verbraucher die Gebühren bezahlen.

Mastercard wickelt die Mehrheit der Kreditkartentransaktionen in Großbritannien ab, und einen wachsenden Anteil der Debitkartenzahlungen. Visa, das im Debitkartenmarkt führend ist, hat keine Änderungen an seinen Gebühren angekündigt, aber auch nicht ausgeschlossen. Ein Sprecher sagte: "Sollte eine Änderung der Interchange-Gebühren angemessen sein, würde Visa versuchen, seine Kunden im Voraus zu informieren, um ihnen die Planung zu erleichtern".

Weitere Informationen zu Interchange-Gebühren finden Sie hier!

Sorge um steigende Preise

Kevin Hollinrake, Vorsitzender der parteiübergreifenden parlamentarischen Gruppe "Fair Business Banking", sagte, der Schritt sei "alarmierend". Das hat einen Beigeschmack von Opportunismus, und ich möchte die Regulierungsbehörden auffordern, dringend einzuschreiten, um sicherzustellen, dass die Finanzinstitute den Brexit nicht als Gelegenheit nutzen, um die Kosten in die Höhe zu treiben, die letztlich die Verbraucher tragen müssen." Abgeordnete warnten 2019 davor, dass höhere Interbankenentgelte an britische Unternehmen und Verbraucher weitergegeben werden könnten.

Felicitas Schäfer

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