Kreditkartensicherheit

Kreditkartenbetrug steigt um 17 Prozent

Die Wirtschaftskriminalität in Deutschland nimmt zu. Besonders betroffen sind Kreditkartentransaktionen in der Tourismus-Branche und Zahlungen bei Online-Bestellungen.

Kreditkartensicherheit
• Betrugszuwachs von 17 Prozent
• 5 Prozent mehr Kartenzahlungen
• hauptsächlich Online- und länderübergreifender Betrug


Der Big Data-Spezialist FICO, der unter anderem Software für Entscheidungsmanagement und Betrugsbekämpfung anbietet, veröffentlicht eine Studie zum Thema Kreditkartenbetrug in Deutschland. Laut Martin Warwick, dem Leiter der Fraud Abteilung, sei das Betrugsniveau in Deutschland zwar insgesamt niedrig, doch die Steigerungsrate von 17 Prozent bei nur 5 Prozent mehr Kartenzahlungen erfordere erhöhte Aufmerksamkeit.

Kleinere Beträge fallen weniger auf
Besonders interessant: Die Studie zeigt, dass die kriminellen Transaktionen schneller und stärker zunehmen als die Höhe der Betrugsverluste. Der Schaden der gefälschten Zahlungen ist dabei sogar niedriger als zuvor. Die Betrüger setzen der Studie nach also eher auf kleinere Beträge, um unauffälliger zu sein. Insgesamt seien 30 Prozent der Versuche erfolgreich, wobei die autorisierten Transaktionen um 8 Prozent gestiegen sind. Kreditkartenbetrug erfolgt somit häufiger, aber mit abnehmendem Schaden.

Online- und länderübergreifender Kreditkartenbetrug
Die Datenmenge bei 270 Millionen von FICO untersuchten Transaktionen ist immens. Betrachtet man jedoch das jeweilige Betrugsmuster, so fallen zwei Trends auf. Einerseits ist Betrug, bei dem die Karte physisch nicht vorliegt – der sogenannte card not present-Fraud, CNP – für 70 Prozent der von FICO erfassten Fälle verantwortlich. CNP kann beispielsweise beim Online-Einkaufen erfolgen. Andererseits macht länderübergreifender Betrug sogar 80 Prozent der Fälle aus. Diese prozentuale Überschneidung lässt sich leicht erklären. Die meisten länderübergreifenden Täuschungen erfolgen ohne vorhandene Karte und zählen damit ebenfalls zu der CNP-Kategorie.

Reise- und Tourismus-Branche
Den meisten Diebstählen unterlag die Reise- und Tourismus-Branche. Ausgehend vom gesamten deutschen Betrugsverlust verzeichneten die Reisebüros davon 16,1 Prozent, Fluglinien 4,5 Prozent und Hotels 3,1 Prozent. Damit machen die Schäden in der Tourismus-Branche rund ein Viertel des Kreditkartenbetrugs in Deutschland aus.

„Der Datendiebstahl von heute, ist der Betrug von morgen“
Chip-basierte Kreditkarten – wie sie in Deutschland üblich sind – machen lediglich 10 Prozent der Betrugsfälle aus. Laut Warwick sei die Ausweitung des Chips daher der erste Schritt zur Bekämpfung der Diebstähle. Da aber die CNP-Fälle nicht durch physische Präventionen verhindert werden können, muss vor allen Dingen der Datendiebstahl mithilfe neuester Analytik erkannt werden. „Der Datendiebstahl von heute, ist der Betrug von morgen“, so Warwick. Genau an diesem Punkt müsse man ansetzen, damit der Umgang mit Zahlungskarten sicherer wird. Nur so könne man Kreditkartenbetrug erfolgreich bekämpfen. Urszula Hulboj

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