Deutsche Banken wehren sich

Paydirekt will PayPal Konkurrenz machen

Nach mehr als zwei Jahren Vorbereitung geht der deutsche Online-Bezahldienst Paydirekt an den Start.

Paydirekt bietet PayPal die Stirn. Foto © paydirekt GmbH
• Paydirekt ist vorerst nur für Kunden der HypoVereinsbank erhältlich
• Weitere Projekt-Teilnehmer wie Commerz-, Volks- und Raiffeisenbanken werden in Kürze angeschlossen
• Paydirekt will bei den Kunden mit dem Gütesiegel „Made in Germany“ punkten

Ab sofort ist Paydirekt, die deutsche Alternative zu PayPal, für Kunden der HypoVereinsbank verfügbar. Paydirekt wickelt Internet-Einkäufe über das Online Banking des Kunden ab. Bezahlen kann man aber bisher nur in drei Online Shops: Im Einrichtungsshop D-Living, auf der Sportgeräte-Plattform Sport-Tiedje und in dem Online Shop von Haribo.









Und so sieht Paydirekt aus. Foto: © paydirekt GmbH


Bis Ende des Jahres soll Paydirekt auch von Commerz-, Volks- und Raiffeisen-banken, Postbank, der Deutschen Bank, der Targobank und von der ING-DiBa angeboten werden. Sparkassen wollen das Bezahlen mit Paydirekt dann gegen Frühjahr möglich machen. Weitere Online Shops könnten in demselben Zuge folgen. Bekannt ist bisher, dass sich die Metro-Gruppe mit ihren Seiten mediamarkt.de und saturn.de anschließen wird. Paydirekt lässt sich sowohl auf dem stationären PC und Laptop als auch per App auf dem Smartphone oder Tablet nutzen.


Paydirekt ist auch als App erhältlich. Foto: © paydirekt GmbH

Paydirekt: Deutsche Banken wehren sich gegen PayPal

Seit Jahren weitet sich PayPal nun schon im deutschen Online-Handel erfolgreich aus. Weltweit, aber auch explizit in Deutschland ist PayPal ein beliebtes Zahlungsmittel beim Shoppen im Internet. Nach Angaben des Unternehmens gibt es in Deutschland 16 Millionen aktive NutzerInnen. Das deutsche Bankenwesen hatte bisher nur wenig gegengesteuert. Doch nun, nach zwei Jahren Vorbereitung, bietet der Zusammenschluss von Privat-, und Genossenschaftsbanken dem US-amerikanischen Anbieter die Stirn. Besonders das Versprechen, dass der Datenschutz nach strenger deutscher Manier gehandhabt wird und die Zahlungsabwicklung ausschließlich über deutsche Server läuft, soll Kunden anziehen und das Vertrauen in den Online-Handel stärken.

"Mit paydirekt sind Ihre persönlichen Daten mit dem gleichen Sicherheitsniveau verschlüsselt, wie Sie es von Ihrem Online-Banking gewohnt sind. Auch Ihre Zugangsdaten sind durch unsere hohen Richtlinien zur Passwortsicherheit bestens geschützt. So kann Ihr Passwort bei einem Einkauf von niemandem eingesehen werden. Zudem besteht über paydirekt keine Möglichkeit, auf Ihr Online-Banking oder auf andere Konten zuzugreifen.", so wirbt die Internetpräsenz von Paydirekt für das Produkt.

Wie funktioniert Paydirekt?

Um Paydirekt nutzen zu können, muss das Bezahlsystem im Online Banking freigeschaltet werden. Die Anmeldung zu Paydirekt kann im jeweiligen Online Shop, über die teilnehmende Bank oder auf der Paydirekt-Homepage begonnen werden. Gezahlt wird dann über das Eintippen der Email-Adresse oder eines Benutzernamens und mit der Eingabe eines Passwortes. Die Umsätze erscheinen wie gewohnt auf den Kontoauszügen. Paydirekt gilt zwischen dem Händler und dem Kunden auch als Sicherheitsinstanz: Der Kunde muss seine Daten nicht an den Händler geben und der Händler hat die Gewissheit, dass das Konto des Kunden mit der Rechnungssumme belastet wird, sobald er die Ware verschickt hat. Vorteil für die Händler: Die Transaktionskosten sind nicht starr, sondern können mit der jeweiligen Bank ausgehandelt werden.

Die Transaktionskosten kann der Betreiber des Online Shops mit der jeweiligen Bank aushandeln. Foto: © paydirekt GmbH

Leider kann derzeit nur das Girokonto und nicht die Kreditkarte als Referenz hinterlegt werden. Einerseits bietet PayPal daher den Vorteil, dass Kunden sich doppelt absichern können, nämlich durch die Nutzung des Bezahldienstes und durch den Einsatz einer aufladbaren Kreditkarte, der sogenannten Prepaid-Kreditkarte. Diese Karten bieten sich am besten für das Online-Einkaufen an, da sie bei kriminellem Missbrauch nicht überzogen werden können. Sie werden ausschließlich im Guthaben geführt.

Andererseits sichert Paydirekt jedoch ausgewählte Zahlungen durch eine zusätzliche TAN-Eingabe ab, was die Sicherheit ebenso steigert. Letztlich werden wohl die Kunden entscheiden, welches Finanzprodukt ihnen besser zusagt. Genügend Potenzial, damit beide Anbieter sich halten können, bietet der Online-Markt aber allemal.

Urszula Hulboj

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