Negative Schufa

“Schufa negativ“, die neue Zielgruppe

Versteckte Gebühren machen neue Prepaid-Karte teuer

Die Schufa Holding AG aus Wiesbaden stellt kreditrelevante Informationen für Vertragspartner zum Schutz von Kreditausfällen zusammen. Vertragspartner der Schufa sind z. B. sämtliche Banken. Will man ein Girokonto bei der Bank eröffnen oder eine Kreditkarte beantragen, ist eine Unterschrift als Einverständniserklärung zur Einholung von Informationen bei der Schufa durch die Bank notwendig. Fällt die Auskunft der Schufa negativ aus, erhält der Kunde kein Konto und keine Kreditkarte. Da die Anzahl der verschuldeten Bürger seit Jahren stetig steigt, wird diese Klientel für gewisse Banken und Unternehmen trotzdem immer interessanter.

Schweizer Firma drängt auf den Markt
So drängt derzeit die Debitcard AG mit Firmensitz im schweizerischen Zug auf den deutschen Markt. Im Gepäck offeriert sie dem potentiellen Kunden “Die beste Karte für ein flexibles Leben. Ohne Grenzen. Ohne Bonitätsprüfung“. Das hört sich schon mal gut an. Das Angebot beinhaltet eine MasterCard-Kreditkarte – erhältlich ohne jegliche Prüfung bei der Schufa oder anderen Auskunftsdiensten. Da 92 Prozent der Bevölkerung im deutschsprachigen Raum bei Discountern einkaufen, hat die Debitcard AG “augenscheinlich komplizierte Produkte im einfachen und günstigen Portfolio auf den Markt“ gebracht.

Hintergründe werden verschleiert
Merkwürdig wird es, wenn man wissen möchte, welche Bank letztlich hinter dem Angebot der Debitcard AG steht. Der Internetauftritt verschleiert die Auskunft: Eine Bank in der EU, die nach der Jurisdiktion von Großbritannien arbeitet. Auf Anfrage bei der Telefon-Hotline wurden wir auf einen Rückruf vertröstet der leider nicht erfolgte. Fakt ist, dass der Kunde zwischen den Karten ausgebenden Banken wählen kann: zwischen einer Bank innerhalb der EU (außerhalb Deutschlands) und einer Bank außerhalb der EU. Während der Kunde noch grübelt, rühmt sich derweil der Anbieter mit identischen Preisen und nur einer Gebührenstruktur bei mehreren Banken.

Kostenfalle droht
Die Debitcard AG stuft sich selbst als Discounter ein. Der Anbieter aus der Schweiz hält auch bei den Preisen mit Informationen hinter dem Berg. Im Internet wird nur die Jahresgebühr je Karte (77,77 Euro) und die Gebühr für die Aufladung (1 Euro je Aufladung) aufgeführt. Das ausführliche Preisverzeichnis ist nur per E-Mail erhältlich. Immerhin traf es innerhalb von 24 Stunden ein. Im Verzeichnis tauchen noch etliche Gebühren auf, die dieses angebliche Discounter-Produkt zu einem sehr teuren Spaß machen - ein Auszug:

- 77,77 Euro Ausgabegebühr (fällt zusätzlich zur Jahresgebühr an!)
- 5 Euro Kartenaktivierung
- 3 Euro monatliche Gebühr für die Kontoführung
- 10 Euro pro Bargeldabhebung am Schalter
- 3,5 Prozent Fremdwährungseinsatz

Dazu kommen noch etliche Gebühren, die bei guten Prepaid-Kreditkarten nicht anfallen. Erfährt man zu spät von den “Nebenkosten“ und will schnellstmöglich die Reißleine ziehen, fällt bei der Schließung des Kontos eine Kontoschließungsgebühr in Höhe von 20 Euro an. Spätestens jetzt dürfte jeder (Ex-)Kunde endgültig bedient sein. Ohne die D-Card überhaupt eingesetzt zu haben, kostet sie im ersten Jahr satte 196,54 Euro, Kontoschließungsgebühr nicht berücksichtigt!

Dieses “Angebot“ ist vermutlich die aktuell größte Zumutung auf dem Markt für Prepaid-Kreditkarten. Wir raten dringend von dieser Karte ab und weisen darauf hin, dass es durchaus faire Offerten von seriösen und renommierten Banken, wie z. B. der LBBW oder KarstadtQuelle Bank, gibt.

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