Wie eine Kreditkarte funktioniert

Wie funktioniert die Zahlung mit Kreditkarte?

Knapp 29 Millionen Kreditkarten sind in Deutschland im Umlauf. Das Zahlen geht einfach und schnell. Doch wie funktioniert die Zahlung mit der Kreditkarte im Hintergrund und wer verdient daran?

Wie funktioniert die Abwicklung von Kreditkartenzahlungen? © iStock
• Je nach Art der Kreditkarte räumt Ihnen die Zahlung einen kurzfristigen Kredit ein
• Kreditkartenzahlungen sind für den Händler mit zusätzlichen Kosten verbunden
• Banken verdienen an Kreditkarten durch eine Provision bei der Zahlung

Wie funktioniert die Zahlung mit Kreditkarte: Grundsätzliches

Im Vergleich zur Girokarte wird die Kreditkarte in Deutschland weniger genutzt. Das liegt vor Allem daran, dass kaum einer weiß wie Kreditkarten funktionieren. Als Zahlungsmittel ist die Kreditkarte attraktiv, weil sie Ihnen als Nutzerin kurzfristig einen Kreditrahmen einräumt. Die Höhe dieses Kreditrahmens ist von der Bonität des Kunden, die vor der Ausstellung einer Kreditkarte geprüft wird, abhängig. Ausnahmen bilden hier Prepaid-Kreditkarten, die in der Regel keinerlei Bonitätsprüfung erfordern.

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Und wie funktioniert die Abrechnung bei Kreditkarten? Die Frage ist äußerst berechtigt, da Zahlungen per Kreditkarte üblicherweise im Monatsrhythmus abgerechnet werden – und nicht wie bei der Girokarte sofort bzw. in den Tagen darauf. Zahlen Sie also mit Ihrer Kreditkarte, wird das Geld erst am Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraumes von Ihrem Konto eingezogen. Der Vorteil für Sie ist eine vereinfachte bargeldlose Zahlung. Dass das Bezahlen mit der Kreditkarte bei Händlern im In- und Ausland eine so hohe Akzeptanz genießt, liegt an der Sicherheit, die sie ihnen gewährleistet. Entscheidend für den Händler ist nämlich nicht die Bonität des Karteninhabers sondern des ausstellenden Kreditinstitutes, das sich verpflichtet, die Zahlung zu leisten. Gerade in Branchen wie der Hotellerie oder der Flugbranche, in denen bereits eine Stornierung hohe Verluste bedeuten kann, bestehen Händler aus diesem Grund oftmals auf eine Buchung mit der Kreditkarte.

Wie funktioniert die Zahlung mit Kreditkarte: Wer ist überhaupt beteiligt?

Wer alles an dem anscheinend einfachen Prozess der Kreditkartenzahlung beteiligt ist, damit sie funktionieren kann, ist vielen gar nicht klar. Da sind zunächst Sie als Karteninhaber und der Händler, bei dem Sie Waren oder Dienstleistungen erwerben. Außerdem am Zahlungsprozess beteiligt, sind die Händlerbank (Acquirer) sowie die Bank, von der Sie Ihre Kreditkarte erhalten (Issuer). Im Falle der Kartenzahlung treten die Händlerbank und die kartenausgebende Bank über die Vermittlung einer Kreditkartengesellschaft in Kontakt. Die größten Gesellschaften auf dem europäischen Kreditkartenmarkt sind Visa und MasterCard.

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Mit Kreditkarten dieser Gesellschaften können sie im europäischen Raum beinahe überall zahlen, wo Kreditkartenzahlungen zulässig sind. Die Kreditkartenorganisationen bestimmen Regeln für den einheitlichen Zahlungsverkehr in ihren Zahlungssystemen und vergeben Lizenzen für die Kartenausgabe und –annahme durch Banken. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Sie regeln die Bezahlung und stellen die organisatorische Struktur für den Zahlungsverkehr bereit. Die Kreditkarten werden aber von den Banken selbst ausgestellt.

Häufig kommt die Frage auf, wie und welche Daten transferiert werden, damit eine Zahlung mit der Kreditkarte funktionieren kann. Da wäre zunächst einmal der Kreditkarten-Anbieter. Über diesen läuft die Autorisierung der Kartendaten. Er arbeitet gewissermaßen als Mittler. Zahlen Sie beispielsweise Ihr Hotelzimmer mit einer Visa-Kreditkarte der Commerzbank, so prüft die Bank des Hoteliers, die Händlerbank, Ihre Daten über die Visa-Kreditkartengesellschaft. Die ihrerseits prüft die Kartendaten bei der kartenausgebenden Bank – in diesem Beispiel die Commerzbank – nach.

Wie funktioniert die Zahlung mit Kreditkarte : Wer verdient wie viel an der Abwicklung?

Im Gegensatz zum Lastschriftverfahren ist die Zahlung per Kreditkarte für die Banken ein erheblicher Aufwand. Berechtigterweise stellt sich also die Frage, wo der Mehrwert des Kreditkartensystems für die Banken liegt, damit die Zahlung mit der Kreditkarte funktionieren kann. Die meisten Banken erheben eine jährliche Gebühr für die Nutzung und Ausstellung einer Kreditkarte. Neben diesen Gebühren können Kosten entstehen, wenn Ihr Konto zum Abrechnungszeitpunkt nicht gedeckt ist, weil dann Zinsen erhoben werden. Bei dem bargeldlosen Zahlungsvorgang selbst entstehen für Sie als Kunden jedoch keine Kosten.

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Das allein würde aber noch nicht reichen, damit Zahlungen mit der Kreditkarte lukrativ funktionieren können. Zusätzlich zu diesen Einnahmen macht die sogenannte Interchange die Zahlung mit Kreditkarte für die kartenausgebenden Banken zu einem lohnenden Geschäft. Unter der Interchange ist eine Form von Provision, auch Disagio genannt, zu verstehen. Sie wird von der Händlerbank an die kartenausgebende Bank gezahlt. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten für den Händler. Die Höhe der Disagio schwankt; sie ist von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel der Branche abhängig. Normalerweise handelt es sich um einen Satz zwischen 3 und 5 Prozent. Bei Visa und MasterCard wird die Höhe der Provision von den Banken selbst bestimmt. Ein Unterschied besteht hier etwa zu den Kreditkarten von American Express. Das amerikanische Unternehmen stellt die Kreditkarten nicht nur selbst aus, sondern bestimmt auch die Gebühren, die bei der Zahlung von der Händlerbank zu entrichten sind. Weil diese zumeist höher sind als diejenigen, die von den Banken erhoben werden, genießt die Kreditkarte von American Express im europäischen Einzelhandel eine niedrigere Akzeptanz als Visa und MasterCard.

Sona Arasteh-Roodsary