Zahlungsarten in Deutschland

Kartenzahlung überholt Bargeld als beliebtestes Zahlungsmittel

Laut einer Studie des Handelsinstitutes EHI wurde im Einzelhandel 2018 zum ersten Mal am häufigsten die Kartenzahlung verwendet. Erfahren Sie hier mehr!

Karten- und Barzahlung
Karten- und Barzahlung (© gettyimages)

Deutschland gilt europaweit als ein Land der Barzahler, in kaum einem anderen Land wird noch so häufig mit barer Münze gezahlt wie hier. Doch der Trend dreht sich: Laut einer Studie des Handelsinstitutes EHI wurde im Einzelhandel 2018 zum ersten Mal am häufigsten die Kartenzahlung verwendet. Darunter fällt sowohl die Zahlung mit einer Girokarte als auch das Bezahlen per Kreditkarte. Neben der Befragung über die getätigten Zahlungsarten wurde zusätzlich der durchschnittliche Zahlbetrag bei den verschiedenen Möglichkeiten analysiert.

Die EHI befragte rund 435 Unternehmen für diesen Zweck, die über 50 Prozent des Einzelhandelsumsatzes in Deutschland ausmachen:

Quelle: EHI-Studie Kartengestützte Zahlungssysteme Einzelhandel 2019
Quelle: EHI-Studie Kartengestützte Zahlungssysteme Einzelhandel 2019

Giro- und Kreditkarte

Die Kartenzahlung erzielte 2018 einen Anteil von 48,6 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel. Damit liegt die Steigerung bei einem Prozentsatz von 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 209 Milliarden Euro durch das Bezahlen mit Giro- oder Kreditkarten erwirtschaftet. Der Anteil der Barzahlung liegt knapp dahinter mit anteiligen 48,3 Prozent.
2017 wurde hingegen noch gut die Hälfte des Gesamtumsatzes bar bezahlt. Der durchschnittlich gemessene Einkaufsbetrag bei den Barzahlungen stieg allerdings um eine minimale Prozentzahl an.
Vorreiter bei der Kartenzahlung ist die Girokarte, während die Kreditkarte nur einen geringen Zuwachs erzielen konnte. Trotz der gewonnenen Verwender sank der durchschnittliche Einkaufsbetrag bei beiden Kartenzahlungen. Der Zahlungsbetrag der Kreditkarte nahm dabei im Durchschnitt um knapp 4,50 Euro ab, der Betrag der Girokarte um etwas mehr als zwei Euro.
Beim Thema Kreditkarte wird bereits ein Trend in Richtung mobiles Bezahlen sichtbar. Ein kleiner Anteil der Kreditkartenzahlungen erfolgte demnach über die mobilen Zahlungsmethoden wie Google Pay und Apple Pay. Das kontaktlose Bezahlen mit der Kreditkarte überwiegte mit 28,2 Prozent dabei sogar dem gemessenen Anteil des kontaktlosen Bezahlens per Girokarte von 21,2 Prozent. Dieser Zuwachs veranlasst eine stetige Weiterentwicklung und Umrüstung der Kassenterminals für diese Bezahlmöglichkeiten. Laut der Umfrage planen 44,8 Prozent der großen Unternehmen einen entsprechenden technischen Umbau ihrer Kassenterminals. Das sind rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Jedes 5. dieser befragten Unternehmen will die Durchführung noch in diesem Jahr umsetzen.

Lastschriftverfahren und sonstige

Den größten Rückgang bei der durchgeführten Umfrage verzeichnete das SEPA-Lastschrift-Verfahren. Mit einem Anteil von 10 Prozent am Gesamtumsatz verliert diese Bezahlmöglichkeit rund 2,5 Prozent der Verwender im Gegensatz zum Vorjahr. Das SEPA-Lastschrift-Verfahren kennzeichnete mit Ausnahme der Barzahlung jedoch als einzige eine Erhöhung des durchschnittlichen Einkaufbetrages.
Die Mehrheit des Anteils am gesamten Umsatz des Einzelhandels liegt offensichtlich mit fast 97 Prozent in der Hand der Bar- und Kartenzahlungen. Die übrigen 3,1 Prozent wurden durch Käufe auf Rechnung, Finanzkäufe und Gutscheine erzielt.

Zahlungsarten bei Online-Käufen

Die EHI ermittelte neben den getätigten Zahlungsarten im stationären Einzelhandel zusätzlich die Anteile der Zahlungsarten des deutschen Online-Handels: 

Quelle: EHI-Studie Online-Payment
Quelle: EHI-Studie Online-Payment

Das Resultat der Umfrage zeigt eine deutliche Mehrheit mit 27,9 der Verwender, die online den Kauf auf Rechnung bevorzugen. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Anteil der Rechnungskäufe jedoch um 0,1 Prozent. 2018 konnte der Zahlungsanbieter PayPal seinen Anteil am Gesamtumsatz hingegen um 0,6 Prozent erhöhen und landete damit auf Platz zwei. Mit deutlich kleinerem Abstand folgt das Lastschriftverfahren als dritthäufigstes Zahlungsmittel. Mit 19,7 Prozent verlor das Verfahren zwar 0,4 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr, jedoch scheint es im Online-Handel deutlicher beliebter als im stationären Einzelhandel zu sein.
Die Zahlung per Kreditkarte steht mit 10,7 Prozent an vierter Stelle der Rangfolge. Gegenüber dem Vorjahr wird lediglich ein geringer Verlust von 0,3 verzeichnet. 2019 wird die Kreditkartenzahlung allerdings durch neue Sicherheitsanforderungen der Payment Services Directive 2 (PSD2) komplexer. Die zusätzliche Sicherheitsprüfung soll zu einer starken Kundenauthentifizierung beitragen. 40 Prozent der befragten Online-Händler gaben eine höhere Anzahl an Kaufabbrüchen durch diese an. 37 Prozent beobachteten wenige oder gar keine Abbrüche und 3 Prozent sogar eine geringere Anzahl als zuvor. Die Mehrheit der Händler stellte jedoch nur sehr geringe oder überhaupt keine Veränderungen durch den neuen Sicherheitsschritt fest.
Auf Platz 5 der beliebtesten Online-Zahlungsmittel folgt der Ratenkauf mit 5,4 Prozent des Umsatzes. Der übrige Anteil der Zahlungsmethoden mit jeweils unter 5 Prozent verteilt sich auf die Zahlung per Vorkasse, bei Abholung, per Sofortüberweisung, Nachnahme und sonstiger in der Grafik aufgelisteten Zahlungs-Varianten.

Sabrina Savelkouls

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